Amanda Knox wagt sich nach Italien zurück

dpa/tali

9.5.2019

Die Medien nannten sie den «Engel mit den Eisaugen». Den Mord an ihrer Mitbewohnerin hatte Amanda Knox nach Einschätzung eines italienischen Gerichts dennoch nicht begangen.
Keystone

Der Fall Amanda Knox ging weltweit durch die Medien. Nun will der einst des Mordes verdächtige «Engel mit den Eisaugen» wieder italienischen Boden betreten.

Freiwillig werde sie nie wieder nach Italien zurückkehren, sagte Amanda Knox einst Reportern, nachdem sie 2014 zum zweiten Mal von einem italienischen Gericht des Mordes an der britischen Studentin Meredith Kercher für schuldig befunden worden war. Nun, vier Jahre, nachdem die US-Amerikanerin in letzter Instanz freigesprochen wurde, hat sie ihre Meinung offenbar geändert: Sie habe die Einladung akzeptiert, im Juni in Modena an einem Festival über Justizirrtümer teilzunehmen, schrieb die 31-Jährige auf Twitter.

Justizgerangel vor den Augen der Welt

Amanda Knox wurde 2015 freigesprochen.
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Knox geriet im November 2007 unter Verdacht, gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito die britischen Austauschstudentin Meredith Kercher ermordet zu haben. Die Leiche der 21-Jährigen wurde in der Wohnung gefunden, die sie sich in der Stadt Perugia mit Knox geteilt hatte. Nach jahrelangem Justizgerangel wurde Knox schliesslich im Jahr 2015 endgültig freigesprochen – schon davor war sie in die USA zurückgekehrt. In Italien hatte sie rund vier Jahre in Haft gesessen und in den Medien als «Engel mit den Eisaugen» Bekanntheit erlangt.

«Ich bin geehrt, die Einladung anzunehmen und zu den Italienern auf diesem historischen Event zu sprechen und das erste Mal nach Italien zurückzukehren», erklärte Knox nun. Die Amerikanerin sei eine «Ikone eines massenmedialen Prozesses», sagte laut CNN Guido Sola, Präsident der Strafkammer von Modena, die das Festival mitorganisiert. Die Veranstaltung läuft am 14. und 15. Juni in Modena, Knox' Auftritt ist für den 15. angesetzt.

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