Buschfeuer vereinen sich zu «Mega-Brand»

dpa/toko

11.1.2020 - 11:32

Die hohen Temperaturen und starker Wind machen den Feuerwehrleuten in den Brandgebieten Australiens weiter schwer zu schaffen. Drei Brände vereinten sich zu einem «Mega-Brand» auf einer Fläche von mehr als 600'000 Hektar.

An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zu Samstag drei Brände zu einem «Mega-Brand», der eine Fläche von mehr als 600'000 Hektar umfasste – das entspricht ungefähr einem Sechstel der Fläche der Schweiz. In einigen der von den verheerenden Buschbränden betroffenen Gebieten erreichten die Temperaturen am Freitagabend 44 Grad, Windgeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern wurden dazu registriert. Ab Samstag allerdings wurde eine Abkühlung erwartet.

In der Nacht zu Samstag mussten Bewohner der Stadt Wodonga wegen der Brände in Sicherheit gebracht werden. In New South Wales waren mehr als 3500 Feuerwehrleute im Einsatz. Dort loderten am Samstagmorgen noch immer mehr als 140 Brände.

Seit Beginn der grossen Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Grösse von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Tausende Häuser wurden zerstört. Bilder der Nasa zeigen, wie der Rauch 17 Kilometer in die Atmosphäre steigt.

Gesundheitsgefährdung für Bevölkerung

Die Gesundheit der von den Buschbränden in Australien betroffenen Bevölkerung dürfte aus Sicht eines deutschen Arztes nicht nur wegen des Rauchs leiden. Auch die extreme Hitze könnte den Menschen zu schaffen machen. Rauch plus Hitze sei «eine immense gesundheitliche Gefährdung», sagte der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin. «Extremtemperaturen sind eine zusätzliche Belastung, vor allem für chronisch kranke Patienten.»

Die Feuer in Australien führten dazu, dass in der Küstenmetropole Sydney die berühmte Oper von Rauch umhüllt war. Die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil bedrohlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra trugen die Menschen Schutzmasken. Die Rauchfahne erreichte Anfang der Woche sogar das 11'000 Kilometer entfernte Chile und Argentinien.


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