Empa entwickelt dauerhaften Wäscheduft

13.2.2020 - 11:59, SDA

Monatelang in einem duftenden Lavendelfeld liegen: Empa-Forscher machen dieses olfaktorische Erlebnis mit neu entwickelten Stofffasern möglich. (zVg)
Source: Pressebild Pixabay

Es ist der Traum jeder Hausfrau und jedes Hausmannes sowie der Alptraum jedes Weichspüler-Herstellers: Fasern, die dauerhaft duften, auch noch nach mehrmaligem Waschen. An der Schweizer Forschungsanstalt Empa sind zwei Verfahren entwickelt worden, die das ermöglichen.

Rosen, Lavendel, Nelken, Vanille, Ananas oder Mango: Röhrenförmige Kerne von Fasern können in einem vom Forscher Rudolf Hufenus erarbeiteten Prozess mit beliebigen Duftstoffen befüllt werden. Bisher konnten nur kurze Fasern in zwei Arbeitsschritten mit einer Füllung versehen werden. Hufenus' Erfindung füllt die Fasern schon während ihrer Herstellung durch Schmelzspinnen, und ihre Länge ist auch viel ausgedehnter.

Die Düfte werden langsam freigegeben und strömen fortlaufend durch die gasdurchlässige Umhüllung der polymeren Fasern, so dass die daraus bestehenden Stoffe auch nach mehreren Waschgängen noch fein riechen. Die Fasern haben alle wünschbaren Eigenschaften für Textilien und können ohne Aromaverlust gefärbt und weiterverarbeitet werden, erläutert Hufenus vom Advanced Fibers Lab der Empa in St. Gallen.

Wäscheduft wie teures Parfum

Ein anderes Verfahren der dauerhaften Beduftung haben Giuseppino Fortunato und Nicolas Luisier vom Biomimetic Membranes and Textiles Lab in St. Gallen entwickelt, wie die Empa mitteilt: Die Forscher schlossen die Düfte in kleine Kapseln aus hautfreundlichen Polymeren ein.

Auch diese Wohlgerüche entströmen den Stoffen kontinuierlich und über sehr lange Zeit. Wie bei guten Parfums geben sie zunächst die Kopfnote frei, in späteren Phasen die Herznote und gegen Schluss die Basisnote.

Derzeit entwickelt Fortunato ultradünne Membrane aus abbaubaren Biopolymeren, in denen die Duftkapseln wie Perlenketten aufgereiht sind. «Mit dieser Struktur geben die Fasern nur geringe Duftmengen, dafür über Monate hinweg ab», wird der Forscher in der Mitteilung zitiert.

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