Réduit-Bau Festung Furggels: Atombunker soll «Prepper» anlocken

tsha

25.3.2019

Die drittgrösste Festungsanlage der Schweiz hat einen neuen Besitzer. Der verriet nun, was er mit dem Réduit-Bau plant.

Seit Januar befindet sich die Festung Furggels im Besitz von Erich Breitenmoser. Der 58-Jährige hat mit der drittgrössten Festungsanlage der Schweiz grosse Pläne, wie er «Blick» verriet. So soll das Gelände vor allem Prepper anziehen, Menschen also, die sich für einen möglichen Atomkrieg vorbereiten wollen.

«In den USA gibt es die Bewegung der sogenannten ‹Doomsday Preppers›, also Menschen, die sich auf eine grosse Krise vorbereiten. Das ist dort ein ausgezeichnetes Geschäft», sagt Breitenmoser, der drei Jahrzehnte in den Vereinigten Staaten gelebt hat. Seine Festung soll nun eine solche Klientel in der Schweiz anlocken. 

Insgesamt sei Platz für bis zu 600 Personen, die rund ein halbes Jahr autark in der Festung leben könnten. Vor allem die Offiziersquartiere würde sich dafür eignen, da sie mehr Raum böten als die Mannschaftsunterkünfte. Dieselgeneratoren sorgen für die Stromversorgung, ein mehrere Millionen Liter fassendes Reservoir sichert die Versorgung mit Wasser. Es gibt ein Postamt und ein Spital und befahrbare Strassen – alles gut geschützt unter der Erde.

Bollwerk gegen die Nazis

Derzeit verursacht die Festung aber noch vor allem eines: hohe Kosten. «Alleine die Stromrechnung kostet mich tausend Franken im Monat. Dazu kommen weitere Unterhaltskosten, um alles in Schuss zu halten», erklärt Breitenmoser.

Neben «Preppern» hat der Rheintaler noch andere Kunden im Blick, etwa Firmen, die in den atombombesicheren Gewölben ihre Server aufstellen möchten. Dazu soll das Gelände nun einen Glasfaseranschluss erhalten. Auch Kunstschätze und andere Wertgegenstände könnten hier gelagert werden, ausserdem würden sich die Räumlichkeiten als Party-Location eignen, glaubt Breitenmoser.

Die Festung Furggels bei Pfäfers SG ist Teil der Festung Sargans und somit nach den Festungswerken Saint-Maurice und St. Gotthard die drittgrösste Festungsanlage der Schweiz. Errichtet wurde sie zu Beginn des Zweiten Welkriegs als Verteidigunganlage gegen Nazideutschland. Die später atombombensicher ausgebaute Festung wurde 1998 stillgelegt. Zwölf Jahre später eröffnete hier erstmals ein Museum mit Restaurationsbetrieb.

Bilder aus der Schweiz
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