Foto soll verschwundene Prinzessin Latifa in Madrid zeigen

SDA

21.6.2021 - 15:41

Wo steckt Prinzessin Latifa? Undatierte Standbild aus einem Handyvideo.
Bild: Keystone

Ein mutmassliches Foto der verschwundenen Prinzessin Latifa von Dubai hat die Spekulationen über ihr Schicksal befeuert: Die 35-Jährige soll sich am Flughafen von Madrid aufgehalten haben. 

SDA

21.6.2021 - 15:41

Hält sich die Tochter von Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai in Europa auf? Ein auf Instagram veröffentlichtes Foto soll die 35-jährige Prinzessin Latifa an der Seite einer Lehrerin namens Sioned Taylor zeigen. Im Hintergrund soll ein Terminal des Madrider Flughafens zu sehen sein. «Tolle Europa-Ferien mit Latifa. Wir haben Spass beim Entdecken!», schrieb Taylor zu dem Foto mit einem lachenden Smiley.

Beide abgebildeten Frauen tragen Mundschutz. Eine unabhängige Bestätigung, dass Latifa tatsächlich auf dem Foto zu sehen ist, gab es zunächst nicht.

An Flucht gehindert

Latifa ist die Tochter von Scheich Mohammed, dem Emir von Dubai und Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Nach einem Fluchtversuch im Jahr 2018, bei dem Latifa gestoppt und gewaltsam nach Dubai zurückgebracht worden sein soll, zeigten sich Menschenrechtler besorgt.

In Videobotschaften sagte die Prinzessin, sie werde in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten. Die Herrscherfamilie Dubais erklärte dagegen, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal betreut.

Sollte Latifa tatsächlich nach Spanien geflogen sein, wäre dies ihren Unterstützern zufolge eine positive Entwicklung. Sie habe offenbar einen Pass, könne reisen und geniesse ein zunehmendes Mass an Freiheit, teilte die Kampagne «Free Latifa» am Montag in London mit.

Garantiert seien diese Freiheiten bisher aber nicht. In einem ungewöhnlichen Schritt teilte die Gruppe befnalls mit, ihre Aktivitäten zum Kampf für Latifas Freiheit vorerst auszusetzen. Ein Sprecher kommentierte dies auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht näher.

Ältere Schwester ebenfalls entführt

Eine ältere Schwester Latifas wurde im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen. Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung einer Ehefrau verantwortlich gemacht.

Unter anderem hatte das UNO-Menschenrechtsbüro ein Treffen mit Latifa verlangt – vergeblich. Unabhängige Menschenrechtsberichterstatter haben gewarnt, dass Latifa «ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten» werde und dass dies «schädliche körperliche und seelische Folgen» haben könne.