Feuer in Italien breiten sich weiter aus, die Schweiz schickt Löschflugzeuge nach Algerien

dpa/SDA/uri

13.8.2021 - 10:15

Brände am Mittelmeer: Algerien kommt nicht gegen die Flammen an

Brände am Mittelmeer: Algerien kommt nicht gegen die Flammen an

Erschöpft und hauptsächlich nur mit Ästen ausgestattet kämpfen in Algerien derzeit die Bewohner mehrerer Dörfer in Algerien gegen Waldbrände an. In der Region Kabylei sind Medien- und Behördenangaben zufolge mindestens 65 Menschen um Leben gekommen.

13.08.2021

Die Flammen lodern immer weiter: Während in manchen Mittelmeerländern Regen viele Brände eindämmte, herrscht in Italien weiter Ausnahmezustand. Auch Algerien kommt nicht gegen die Feuer an – die Schweiz will drei Löschflugzeuge schicken

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13.8.2021 - 10:15

Italien blickt weiter gebannt auf weitere Waldbrände. Der Regionalpräsident Kalabriens wollte für heute Bürgermeister und Repräsentanten der von Feuern betroffenen Orte in der süditalienischen Region einberufen, wie es in einer Mitteilung hiess. Die Versammlung solle Aufschluss über die gegenwärtige Waldbrandlage geben und weitere Massnahmen im Kampf gegen die Feuer treffen. In Kalabrien zerstörten die Flammen in den vergangenen Tagen Gebiete in der Gegend des geschützten Aspromonte Nationalparks. Aus der Region wurden bislang vier Waldbrand-Tote gemeldet.

Auf den Inseln Sizilien und Sardinien gab der Zivilschutz auch für Freitag wieder die höchste Waldbrand-Warnstufe für weite Teile heraus. Mit Blick auf das Thermometer erwarteten die Experten Werte von teils um die 40 Grad in der Spitze. Auch im Rest Italiens mussten sich Einwohner und Touristen für Freitag auf extreme Temperaturen einstellen. Das Gesundheitsministerium warnte vor einer Hitzewelle in 15 Städten. Auch am Wochenende müssen die Menschen weiter schwitzen. Die Temperaturen könnten sich dem Ministerium zufolge selbst bei gesunden Menschen auf die Gesundheit auswirken.

Feuer in beliebtem italienischem Naturschutzgebiet

Unterdessen kämpften die Feuerwehren in Italien weiter gegen zahlreiche Waldbrände. Die Zivilschutzbehörde sprach von insgesamt 33 Anfragen am Donnerstag für den Einsatz von Löschflugzeugen, je neun kamen aus Sizilien und Kalabrien. Frankreich entsandte erneut Flieger, um die Löscharbeiten in Italien aus der Luft zu unterstützen.

Ein Löschflugzeug bekämpft am 12. August einen Brand in Tivoli bei Rom. 
Bild: Keystone

Immer wieder geraten die Feuer ausser Kontrolle und bedrohen mitunter Gebäude. Bislang loderten die Flammen in vielen Naturschutzgebieten, Wäldern und Feldern und zerstörten Ernten und Häuser. Auf Sizilien brannte es zum Beispiel nahe dem Dorf Linguaglossa in einem bei Ausflüglern beliebten Naturschutzgebiet am Vulkan Ätna. Eine Bewohnerin aus der Ätna-Gegend sagte der dpa: «Wir sind zwar an Waldbrände gewöhnt, aber dieses Jahr ist die Situation auf jeden Fall schlimmer.» Der August gilt in Italien als besonders heisser und trockener Monat.

Die Mischung aus anhaltender Hitze, Trockenheit und Winden sorgen meist dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiten. Hinter vielen Feuern wird Brandstiftung oder unachtsames Verhalten vermutet. Politiker in Italien forderten zuletzt mehrfach, die Strafen für Brandstiftung zu verschärfen. Auch aus der örtlichen katholischen Kirche kamen Stimmen, die die Taten der Brandstifter verurteilten.

Mob in Algerien zündet vermeintlichen Brandstifter an

Auch in Algerien geht die Regierung bei den Feuern, denen bislang viele dutzend Menschen zum Opfer fielen, von «geplanten» Handlungen aus. 22 Verdächtige seien inzwischen festgenommen worden, sagte Präsident Abdelmadjid Tebboune in einer Rede an die Nation im Staatsfernsehen.

In der von den Feuern besonders betroffenen Region Tizi Ouzou zündete ein wütender Mob aus Rache einen Mann an und liess ihn bei lebendigem Leib verbrennen. Die Menge hielt ihn für einen Brandstifter. Die Tat löste grosses Entsetzen in der Bevölkerung aus. Nach Medienberichten erwiesen sich die Anschuldigungen zudem als falsch – der Mann sei in die Region gekommen, um bei Löscharbeiten zu helfen. Eine offizielle Einschätzung dazu gab es aber bislang nicht. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein.

Nach Tebbounes Angaben sollten am Freitag zwei Löschflugzeuge aus Spanien sowie drei aus der Schweiz eintreffen. Zuvor hatte Frankreich nach Angaben von Staatschef Emmanuel Macron bereits zwei Löschflugzeuge und ein Kommandoflugzeug in die Region geschickt.

dpa/SDA/uri