Barbados Höchste Kategorie: «Beryl» fegt durch Karibik

SDA

2.7.2024 - 13:59

dpatopbilder - Ein Fischer betrachtet die vom Hurrikan «Beryl» beschädigten Fischerboote in der Bridgetown Fisheries. Foto: Ricardo Mazalan/AP
dpatopbilder - Ein Fischer betrachtet die vom Hurrikan «Beryl» beschädigten Fischerboote in der Bridgetown Fisheries. Foto: Ricardo Mazalan/AP
Keystone

Der gefährlich starke Hurrikan «Beryl» hat im Südosten der Karibik schwere Schäden verursacht. Er war am Montag als Hurrikan der Kategorie 4 bei der zu Grenada gehörenden Insel Carriacou auf Land getroffen, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Inzwischen wurde er auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft.

2.7.2024 - 13:59

Am späten Montagabend (Ortszeit) wurden laut NHC anhaltende Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde gemessen. Auf Bildern in sozialen Medien waren Überschwemmungen, sich im Wind biegende Palmen und Trümmer beschädigter Häuser zu sehen. Von den Inseln Carriacou und Petite Martinique werde Verwüstung mit umfangreichen Schäden an Häusern gemeldet, sagte Grenadas Ministerpräsident Dickon Mitchell in einem Briefing. Der Strom sei überall ausgefallen, die Kommunikation zwischen den Inseln schwierig. Ein Todesfall sei bislang registriert worden – dieser sei passiert, als ein Baum auf ein Haus gestürzt sei.

Das NHC warnte weiter vor lebensgefährlichem Wind und Sturmfluten. «Beryl» bewegt sich in westnordwestlicher Richtung. Es werde erwartet, dass er auf seinem Weg über die östliche Karibik ein extrem gefährlicher, schwerer Hurrikan bleibe, heisst es vom NHC. Am Mittwoch dürfte sich das Auge des Sturms den Prognosen zufolge Jamaika nähern.

«Beryl» ist der erste Hurrikan der diesjährigen Saison. Experten zufolge war im Atlantik nicht einmal ein Hurrikan der Kategorie 4 so früh in einem Jahr gemessen worden.

Cricket-Weltmeister aus Indien stecken fest

Neben Grenada erlebten mehrere weitere Inseln der Kleinen Antillen starken Wind und heftigen Regen, darunter St. Vincent und die Grenadinen. Premierminister Ralph Gonsalves sprach im Nationalfernsehen von einer immensen Zerstörung. Die Insel Union sei «verwüstet», die Stromversorgung unterbrochen, hunderte Familien wüssten derzeit nicht, wo sie unterkommen könnten, so Gonsalves. Öffentliche Einrichtungen seien angehalten, wenn möglich am Dienstag wieder die Arbeit aufzunehmen, sagte der Premierminister. Der Flughafen bleibe weiter geschlossen.

Für Dienstag ist eine Sondersitzung der Karibischen Staaten (CARICOM) geplant, schreibt der Sender NBC Radio St Vincent and the Grenadines.

Wegen des Hurrikans fielen zahlreiche Flüge in der Region aus. Indiens Cricket-Männer-Nationalmannschaft steckt nach ihrem Gewinn der T20-Weltmeistermeisterschaft am Samstag auf Barbados fest, wie indische Medien berichteten.

Mit Blick auf «Beryls» Kurs auf den Karibikstaat rief Jamaikas Ministerpräsident Andrew Holness die Bevölkerung auf, die verbleibende Zeit zu nutzen, sich zu rüsten und unter anderem mit Wasser und Dosennahrung einzudecken. Am Donnerstag wird «Beryl» auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán erwartet, wo Urlaubsorte wie Cancún liegen.

Historischer Hurrikan

In weniger als 24 Stunden hatte sich «Beryl» am Sonntag bereits von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt. «Beryl ist nun der früheste atlantische Hurrikan der Kategorie 4 in den Aufzeichnungen und übertrifft damit Hurrikan Dennis, der am 8. Juli 2005 zu einem Hurrikan der Kategorie 4 wurde», schrieb der Experte Michael Lowry auf der Plattform X.

«Beryl» ist der zweite benannte Sturm der Hurrikan-Saison im Atlantik, die von Juni bis November dauert. Die aktivste Zeit ist meist um September herum. Von einem Hurrikan spricht man ab Windgeschwindigkeiten von 119 Kilometern pro Stunde, die höchste Kategorie – 5 – beginnt bei 251 Kilometern pro Stunde.

Hurrikan-Saison kann dieses Jahr stärker als sonst sein

Die US-Wetterbehörde NOAA rechnet in diesem Jahr mit einer überdurchschnittlich starken Hurrikan-Saison im Atlantik. Ursachen seien unter anderem überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen im Atlantik und das erwartete Einsetzen von «La Niña», einer Phase kühleren Wassers im Pazifik.

Der Klimawandel ist auch ein Faktor. Die Erderwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit starker Stürme.

SDA