Kinderpornografie vermittelt – Mann in USA muss 27 Jahre in Haft

SDA

16.9.2021 - 12:30

Ein Reporter interviewt den amtierenden US-Staatsanwalt Jonathan Lenzner vor dem Bundesgericht, nachdem der 36-jährige Angeklagte Eric Eoin Marques zu 27 Jahren Gefängnis mit anschließender lebenslanger Überwachung verurteilt worden war. Foto: Michael Kunzelman/AP/dpa
Keystone

Ein Mann ist in den USA wegen des Vermittelns von Kinderpornografie im Darknet – einem anonymen, verschlüsselten Teil des Internets – zu 27 Jahren Haft mit anschliessender lebenslanger Überwachung verurteilt worden.

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16.9.2021 - 12:30

Der 36-jährige Eric Eoin Marques sei einer der grössten Vermittler von Kinderpornografie in der Welt gewesen, teilte die US-Justiz im Gliedstaat Maryland am Mittwoch (Ortszeit) mit. Über die von ihm betriebene Plattform seien Millionen von Fotos und Videos bereitgestellt worden. Viele zeigten «sadistischen Missbrauch» an Kindern.

Auf den Aufnahmen sei unter anderem zu sehen, wie Kinder – darunter auch Kleinkinder – sexuell missbraucht, gefesselt oder erniedrigt wurden. Etwa zwei Millionen der Aufnahmen seien den Ermittlern zuvor nicht bekannt gewesen, hiess es weiter.

«Dies ist ein ungeheuerlicher Fall, in dem eine Einzelperson den Missbrauch von mehr als einer Million neuer kindlicher Opfer ermöglichte und versuchte, den Missbrauch im Darknet zu verbergen», sagte Jonathan F. Lenzner, der Generalstaatsanwalt für den Bezirk Maryland. Das Urteil sende eine klare Botschaft an alle Täter aus, dass sie – egal, wo in der Welt sie sich befänden – zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Calvin Shivers von der US-Bundespolizei FBI.

Der Verurteilte besitzt die irische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er war 2019 von Irland an die USA ausgeliefert worden und hatte sich dort 2020 für schuldig bekannt. Eingebunden in die Ermittlungen waren neben der US-Justiz und dem FBI auch die europäische Polizeibehörde Europol.

Damit sei eine weltweit koordinierte strafrechtliche Untersuchung von damals beispiellosem Ausmass unternommen worden, hiess es. Mehr als 200 Internetseiten zur sexuellen Ausbeutung von Kindern seien aus dem Internet entfernt und die Aktivitäten von Zehntausenden Nutzern kinderpornografischer Inhalte unterbrochen worden. Dutzende von Straftätern wurden der US-Justiz zufolge identifiziert und weltweit strafrechtlich verfolgt.

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