Luftfahrt-Rätsel Leiter von MH370-Suche glaubt nicht an vorsätzliche Tat des Piloten

AP

22.5.2018

Über vier Jahre ist es her, dass der Malaysia-Airlines-Flug MH370 plötzlich vom Radar verschwand. Theorien zur Absturzursache gab es seitdem viele. Der Chef des aktuellen Sucheinsatzes entkräftet nun Thesen eines neuen Buches.

Der Leiter der Meeresbodensuche nach dem verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 glaubt nicht, dass der Pilot die Maschine vorsätzlich versenken wollte. Er habe die in einem neuen Buch aufgeworfenen Theorien gelesen und sei der Ansicht, dass die bisherigen Ermittlungen gegen sie sprächen, sagte Suchdirektor Peter Foley am Dienstag.

Die Maschine war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Die offizielle Suche im Indischen Ozean wurde im vergangenen Jahr eingestellt. Im Januar gab Malaysia eine neue Suche in Auftrag, die noch bis voraussichtlich Mitte Juni dauern soll.

Ging der Treibstoff aus?

Australiens Transportsicherheitsbehörde glaubt, dass der Maschine höchstwahrscheinlich der Treibstoff ausgegangen und sie deutlich von der ursprünglichen Route entfernt abgestürzt ist. Der kanadische Ermittler Larry Vance kommt dagegen in seinem neuen Buch «MH370: Mystery Solved» zu der Einschätzung, dass der Pilot die Boeing 777 wahrscheinlich vorsätzlich über das Suchgebiet hinaus geflogen habe, um sie in den unerschlossenen Tiefen des Indischen Ozeans zu versenken.

Vance schreibt, dass zwei vor der afrikanischen Küste gefundene Flügelklappen darauf hindeuteten, dass der Pilot eine kontrollierte Notlandung im Wasser ausserhalb des Suchgebietes vollzogen habe. Demnach soll das Ziel des Piloten gewesen sein, dass Flugzeug weitgehend intakt zu halten, damit es so vollständig wie möglich verschwinde.

Foley verwies darauf, dass das Flugzeug unkontrolliert auf dem Wasser aufgeschlagen sei. Eine Analyse der per Satellit übertragenen Daten von den letzten Momenten des Fluges zeige, dass sich die Maschine schnell und beschleunigend im Sinkflug befunden habe. «Wenn sie am Ende unter Kontrolle gewesen sein soll, dann ist sie nicht sehr erfolgreich unter Kontrolle gewesen», sagte Foley. Die Landeklappen seien vermutlich nicht eingesetzt worden.

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