Notmassnahmen am Gletschersee auf der Plaine Morte

SDA/uri

10.4.2019

Der Faverges-See beim Plaine Morte-Gletscher im Berner Oberland, Aufnahme einer Überwachungskamera am Dienstag, 28. Juli 2015.
Bild: Keystone

Bauliche Notmassnahmen sollen verhindern, dass der Gletschersee Faverges in den Berner Alpen im kommenden Sommer erneut eine kritische Hochwasserlage im Simmental verursacht. 

Experten fanden demnach eine Lösung, um das Entwässerungssystem zu reaktivieren. Dabei handelt es sich um eine Kombination von Graben und Mikrotunneling. Das Wasser soll durch die Eisbarriere geführt und in die bestehende Gletschermühle abgeleitet werden. Die Massnahmen kosten rund zwei Millionen Franken.

Hochwasseralarm im Juli 2018

Auf der Plaine Morte im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis gibt es mehrere Gletscherseen, die sich mit Schmelzwasser füllen und im Hochsommer auslaufen. Überwachungsanlagen lösen Alarm aus, wenn grosse Mengen Wasser zu erwarten sind – so wie im Juli 2018.

Die Simme und der Trübbach führten darauf Hochwasser. Ein Campingplatz und ein Restaurant wurden vorsorglich evakuiert. Rund 100 Personen mussten eine Nacht in Notunterkünften verbringen. Verletzt wurde niemand.

Um solche Ereignisse besser abschätzen zu können, setzte der Lenker Gemeinderat zwei Expertengruppen ein. Sie befassten sich mit der künftigen Entwicklung des Sees und dem Verhalten des Wassers bei der Seeentleerung.

Wallis könnte das Wasser gebrauchen

Mittelfristig stehen verschiedene Massnahmen im Raum. Als nicht rasch realisierbar erwies sich der Plan, das Wasser in Richtung Wallis abzupumpen. Die Walliser wären am Wasser interessiert – im Winter für Beschneiungen, im Sommer für Bewässerungen. Auch für die Stromproduktion wäre das Wasser wertvoll.

Das Projekt musste aber sistiert werden, wie die Schwellenkorporation am Mittwoch mitteilte. Zur Begründung verwies sie auf die schwierigen Bedingungen zur Verlegung der Stromleitung bis zu den Pumpaggregaten.

Notmassnahmen seien deshalb nötig. Schliesslich erwarteten die Fachleute im nächsten Sommer einen ähnlichen Ausbruch wie 2018.

Bilder aus der Schweiz
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