Mit diesen Werkzeugen gehen Einbrecher auf Diebestour

Silvana Guanziroli

13.11.2018

Präpariertes Werkzeug. Mit Hammer, Schraubenzieher, Bohrmaschine und geschliffenen Schlüsseln machen sich die mutmasslichen Einbrecher auf Diebestour.
Eidgenössische Zollverwaltung

Sie reisen als Touristen in die Schweiz. Doch Ferien machen wollen diese Männer hier nicht, stattdessen sorgen sie für Angst und Schrecken. Mehrere Einbrecherbanden sind dem Zoll in den letzten Tagen ins Netz gegangen.

Für die Eidgenössische Zollverwaltung (EVZ) ist es ein guter Fang: Am Freitag kontrollieren Mitarbeiter am Grenzübergang Neuhausen im Kanton Schaffhausen einen Personenwagen. Die zwei Insassen kommen den Zöllnern verdächtig vor, sie überprüfen deren Personalien. Es stellt sich heraus: Einer der in Deutschland wohnhaften Männer ist bereits zur Verhaftung ausgeschrieben. «Wegen Diebstahls», wie die Zollverwaltung in einer Mitteilung schreibt.

Die Männer werden verhaftet und das Auto auf den Kopf gestellt. Im Innenraum stossen die Zollbeamten auf verdächtige Fracht. In einem Hohlraum in der hinteren Sitzreihe hatten die Männer ihr Werkzeug für die mutmassliche Einbrechertour feinsäuberlich eingepackt und versteckt. Die Beamten entdecken auch mögliches Diebesgut, darunter einen Laptop sowie verschiedenes Smartphone-Zubehör.

2017 kam es in der Schweiz zu 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. Neben dem materiellen Verlust und dem finanziellen Schaden ist der Einbruch an sich für viele Betroffenen ein traumatisierendes Erlebnis (Symbolbild).
Keystone

Um zu verdeutlichen, wie Einbrecher-Banden vorgehen, veröffentlicht die Zollverwaltung Bilder der sichergestellten Werkzeuge. Es handelt sich um eine Bohrmaschine mit diversen Aufsätzen, mehrere Schraubenzieher, geschliffene Schlüssel und einen Hammer. Ideales Material, um Fenster und Türen aufzuwuchten oder einzuschlagen.

Die Zollbehörde hat die Männer, das mögliche Tatwerkzeug, das mutmassliche Diebesgut und den Wagen für die weiteren Ermittlungen der Kantonspolizei Schaffhausen übergeben.

Das Diebesgut: Smartphone-Zubehör und ein Laptop.
Eidgenössische Zollverwaltung

Der Fall in Schaffhausen ist aber längst kein Einzelfall. Ende Oktober und Anfang November konnten die Kollegen im Kanton Aargau gleich zwei Banden das Handwerk legen.

Im ersten Fall erregte ein verdächtiges Auto auf dem Autobahn-Rastplatz Mumpf AG mit polnischem Kontrollschild die Aufmerksamkeit der zivilen Zoll-Mitarbeiter. Sie kontrollierten die Insassen, drei Männer aus Georgien, und das Auto. Auch hier stossen sie auf Einbruchwerkzeug.

Auf eine ähnliche Situation trafen nur einen Tag zuvor andere Zollbeamte in Frick AG. In diesem Fall geriet ein Fahrzeug mit deutschem Kontrollschild ins Visier der Fahnder. Bei den Insassen handelte es sich um zwei per Haftbefehl gesuchte Rumänen, die ebenfalls mit vermeintlichem Einbrecherwerkzeug unterwegs waren. 

Das in Frick AG sichergestellte Werkzeug.
Eidgenössische Zollverwaltung

In der Schweiz kam es im letzten Jahr zu täglich 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen. Die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor.

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