Brutaler Angriff nach Maskenstreit: Attackierter Buschauffeur ist tot

AFP / dpa / tmxh

10.7.2020 - 19:13

Der attackierte Buschauffeur ist nach seinem Hirntod infolge eines Angriffs nun gestorben.
Keystone

Der von Jugendlichen angegriffene Buschauffeur im französischen Bayonne ist laut seiner Familie tot. Der 59-Jährige war mutmasslich wegen eines Maskenstreits attackiert worden.

Der nach einem brutalen Angriff für hirntot erklärte französische Buschauffeur ist tot. «Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch», teilte die Tochter von Philippe Monguillot, Marie, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit. Die Ehefrau des 59-Jährigen, Véronique Monguillot, schrieb in Onlinenetzwerken: «Mein Mann ist um 17.30 Uhr gestorben, RIP meine Liebe.»



Zwei Männer hatten den Buschauffeur am Sonntag im südwestfranzösischen Bayonne nach Angaben der Ermittler so heftig geschlagen und getreten, dass er im Krankenhaus für hirntot erklärt werden musste – offenbar aus völlig banalem Anlass: Der Fahrer hatte die Passagiere aufgefordert, wie vorgeschrieben Corona-Schutzmasken aufzusetzen. Der Fall hatte international für grosse Anteilnahme gesorgt.

Vier Festnahmen

Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einem 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6'000 Teilnehmer zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen.

Innenminister Darmanin kündigte an, am Samstag nach Bayonne zu reisen, um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit in der Stadt vorzunehmen und sich mit Fahrern und Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Verkehrs zu treffen.

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