Nasa-Rover «Perseverance» auf dem Mars gelandet

AP/sda/toko/sob

19.2.2021 - 05:00

Der Rover «Perseverance» ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag mit. Der Roboter war im Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet und soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen.

Kurz vor 22 Uhr Schweizer Zeit kommt das erhoffte Signal vom Roten Planeten: Der US-Weltraumorganisation glückt nach einem fast siebenmonatigen Flug am Donnerstag wieder eine der notorisch schwierigen Landungen auf dem Mars. Der US-Roboter «Perseverance» soll auf dem Planeten Gesteinsproben sammeln, die Aufschluss darüber geben könnten, ob es jemals Leben auf dem Mars gegeben hat. Die von «Perseverance» gesammelten Gesteinsproben sollen bis 2031 zurück auf der Erde sein.

epa08995459 An undated handout picture made available by the National Aeronautics and Space Administration (NASA)'s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Southern California, USA shows an illustration of NASA's Perseverance rover firing up its descent stage engines as it nears the Martian surface (issued 08 February 2021). This phase of its entry, descent and landing sequence (or EDL), is known as 'powered descent'. Hundreds of critical events must execute perfectly and exactly on time for the rover to land safely on 18 February 2021 on Mars. NASA's Jet Propulsion Laboratory in Southern California built and will manage operations of the Mars 2020 Perseverance rover for NASA. Perseverance is on a mission to seek signs of ancient life and collect samples of rock and regolith (broken rock and soil) for possible return to Earth. EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Mars-Rover «Perseverance».
KEYSTONE/EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bislang hat sich der Mars bei Landungen immer wieder als Todesfalle für Raumfahrzeuge vom Planeten Erde erwiesen. Den USA gelang es allerdings mit «Perseverance», ihrem bisher grössten und technisch fortschrittlichsten Rover, bereits zum neunten Mal seit den 1970ern, auf dem Mars aufzusetzen. Ein chinesischer Rover soll im Mai oder Juni ebenfalls auf dem Roten Planeten landen.

China und die Emirate auch im Anflug

Um den Mars ist derzeit ohnehin einiges los. Die chinesische Sonde umkreist den Planeten seit vergangener Woche ebenso wie eine aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Alle drei Staaten nutzten für ihre Raketenstarts im Juli ein günstiges Zeitfenster, durch das Erde und Mars nur rund 480 Millionen Kilometer voneinander entfernt lagen.



Die Einsatzleitung im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena hatte sich auf, wie die Nasa es beschrieb, «sieben Minuten Terror» vorbereitet, in denen die Flugkontrolleure nur hilflos zuschauen können, ob die Landung wie programmiert klappt. «Perseverance» trat mit einer Geschwindigkeit von 19'500 Kilometern pro Stunde in die Mars-Atmosphäre ein und wurde dann mit einem Fallschirm abgebremst. Eine raketengetriebene Plattform, der «Sky Crane» liess kurz über der Oberfläche den sechsrädrigen Rover auf den Marsboden herab. Elfeinhalb Minuten benötigte letztlich das Signal über die geglückte Landung bis zur Erde.

Leben auf dem Mars?

Der Rover mit dem Spitznamen «Percy» ist so gross wie ein Auto und wird mit Plutonium angetrieben. Er soll mit seinem zwei Meter langen Greifarm Bohrungen vornehmen und Gesteinsproben einsammeln, die vielleicht Spuren früheren mikroskopischen Lebens enthalten. Drei bis vier Dutzend Proben in der Grösse eines Kreidestücks sollen in Röhren abgefüllt werden. Eine weitere Raumsonde soll die Proben mit einem eigenen Rover abholen und bis 2031 zur Erde bringen.

Für die beteiligten Wissenschaftler geht es um essenzielle Fragen der Menschheit. «Sind wir allein in dieser endlosen kosmischen Wüste, fliegen nur durch den Raum, oder ist Leben viel weiter verbreitet? Kommt es hervor, wann immer und wo immer die Bedingungen passen?», fragt der stellvertretende Projektleiter Ken Wilford. «Grosse, grundlegende Fragen, und wir kennen noch nicht die Antworten. Wir stehen also wirklich davor, in der Lage zu sein, möglicherweise diese enormen Fragen zu beantworten.»

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