Polizei testet fliegende Motorräder

tsch

14.11.2018

Dubais Polizisten heben ab – momentan nur zu Übungszwecken.
YouTube / Hoversurf Official

Dass Polizisten ein verdächtiges Fahrzeug auf einem Töff verfolgen, ist normal. Doch in Dubai könnten dafür bald fliegende Motorräder zum Einsatz kommen.

Ein bisschen unsicher wirkt der Polizist noch, als ihm der Hoversurf-Mitarbeiter noch einmal kurz die Hebel erklärt. Dann jedoch nimmt er seinen Mut zusammen und hebt ab: 30 Zentimeter über dem Rasen des Sportplatzes schwebt er mit seinem Hoversurf S3, begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm der vier Propeller, die das futuristische Gefährt in der Luft halten.

Seit rund einem Monat nun machen sich die Polizisten des Emirats mit dem Fluggerät vertraut, das wie eine Mischung aus Motorrad und Hubschrauber aussieht. «Derzeit trainieren zwei Mannschaften den Umgang mit Hoverbikes und wir wollen die Zahlen erhöhen», verriet Khalid Nasser Alrazooqi, der Generaldirektor der Abteilung Künstliche Intelligenz der Polizei in Dubai, im Gespräch mit «CNN».

Ab 2020 im Polizeidienst?

Er hofft, dass die Flugtöffs schon im Jahr 2020 einsatzbereit sind und bei Einsätzen als Vorhut in schwer zugängliche Areale geschickt werden können. «Sie wollen uns in ein, zwei Monaten wissen lassen, ob sie weitere Hoverbikes wollen», sagt Joseph Segura-Conn von der Firma Hoversurf. «Falls sie 30 oder 40 wollen, werden wir das möglich machen».

Natürlich nur gegen das nötige Kleingeld: 150'000 US-Dollar kostet ein Hoversurf S3 2019 Hoverbike, mit dem eine Geschwindigkeit bis zu 96 Kilometer pro Stunde und eine Flughöhe von empfohlenen fünf Metern erreicht werden kann. Besonders lang dürfen die Verfolgungsjagden mit dem fliegenden Motorrad jedoch noch nicht dauern. Unbemannt, also im Drohnenmodus, hält der Akku die Hoverbikes bis zu 40 Minuten in der Luft. Mit Pilot endet der Flug je nach Gewicht und Flugbedingungen bereits nach zehn bis 25 Minuten.

Verbesserungsbedarf

Ein Punkt, an dem man noch arbeiten müsse, wie der kalifornische Hersteller einräumt. Aber man stehe ja erst am Anfang: «Heute produzieren und verkaufen wir Hoverbikes. Aber das ist nur ein Vorgeschmack auf ambitionierte Projekte», verspricht das Unternehmen auf seiner Website. «Das Ziel unserer Firma ist es, jedem das Fliegen zu ermöglichen. Jetzt. Freiheit ohne Staus und Ampeln.» Bereits in «vier bis fünf Monaten» plane man, ein zweisitziges fliegendes Auto vorzustellen, das ab 2020 verkauft werden soll, kündigte Segura-Conn an.

Doch bevor fliegende Motorräder oder gar fliegende Autos zum alltäglichen Anblick auf den Strassen werden, müssen wohl noch einige Sicherheitsrisiken behoben, vermutet Luftfahrtprofessor Richard Anderson von der Embry-Riddle Aeronautical University in Daytona Beach. Er hält die Gefährte für «eine gute Idee», zweifelt aber gegenüber «NBC News» an, ob die Sicherheit der Nutzer gewährleisten kann. «Wenn man damit mit jemandem zusammenstösst, wird der andere vermutlich in Stücke gehakt», gibt der Experte angesichts der vier Propeller zu bedenken. Aus diesem Grund sollen Folgemodelle Hoversurf zufolge von ummantelten Rotoren in die Luft gehoben werden.

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