Yeti-Mythos Reinhold Messner: Ein Bär hat die Yeti-Geschichte ausgelöst

toko / dpa

18.1.2019

Reinhold Messner (74) bei einer Rede in Kathmandu (Nepal) im April 2018. Wie viele Wissenschaftler geht auch der Extrembergsteiger davon aus, dass die Yeti-Legende in Tibet entstanden und vor etwa 100 Jahren nach Europ gekommen ist.
Reinhold Messner (74) bei einer Rede in Kathmandu (Nepal) im April 2018. Wie viele Wissenschaftler geht auch der Extrembergsteiger davon aus, dass die Yeti-Legende in Tibet entstanden und vor etwa 100 Jahren nach Europ gekommen ist.
Niranjan Shrestha/AP/dpa (Archivbild)

Der Mythos um den «Yeti» fasziniert Menschen weltweit – dabei war das Fabelwesen wohl nur ein Bär. Auch der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner hält den Yeti für eine reine Sagenfigur. 

Der Yeti-Mythos, so scheint es, wird sich wohl noch eine Ewigkeit halten – unter Wissenschaftlern zumindest scheint klar: Der Yeti ist in Wahrheit ein Bär, genauer: Ein «tibetischer Braunbär», manchmal auch als «Tibetbär» bezeichnet.

Auch der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner (74) hält den Yeti für eine reine Sagenfigur. In einem Interview des Konstanzer «Südkuriers» (Donnerstag) sagt er: «Das ist kein Schneemensch oder Neandertaler, sondern ein Bär, der diese Fantasiegeschichte ausgelöst hat.» Die Yeti-Geschichte basiere auf einer Jahrtausende alten Legende aus Tibet, die vor 100 Jahren nach Europa kam.

Messner erklärt: «Die Legendenfigur ist keine Kopfgeburt, sondern sie ist aus der Natur genommen. Die zoologische Entsprechung ist ein ganz spezieller Bär. Da gibt es keinen Zweifel mehr. Und dieser Bär kam nur an der Nordseite des Himalayas vor. Dann und wann sind diese Bären auch über die Pässe gewandert, wenn sie zum Beispiel auf Weibchensuche waren. Und dabei sind ab und zu Fussspuren fotografiert worden.»

«Unsere Ergebnisse legen stark nahe, dass die biologische Untermauerung für die Yeti-Legende in lokalen Bärenarten gefunden werden kann», betont etwa die Biologin Charlotte Lindqvist.
«Unsere Ergebnisse legen stark nahe, dass die biologische Untermauerung für die Yeti-Legende in lokalen Bärenarten gefunden werden kann», betont etwa die Biologin Charlotte Lindqvist.
Abdullah Khan/Snow Leopard Foundation

Er sei der Frage zehn Jahre lang nachgegangen, so der Südtiroler. Heute folgen ihm nach eigener Aussage «99,9 Prozent der Wissenschaftler» bei der Aussage, es sei ein Bär gewesen, der diese «Fantasiegeschichte» ausgelöst habe.

Ob es wirklich 99,9 Prozent sind, lässt sich nur schwer überprüfen. Allerdings halten es einige sogenannte Kryptozoologen und auch Anthropologen für plausibel, dass es sich bei den Yeti-Sichtungen auch um Überreste einer noch unentdeckten Hominidenart handeln könnte – besonders verbreitet ist diese Meinung jedoch nicht.

Messner, der Anfang Januar von einer Tour auf den Gipfel des Pokalde im östlichen Nepal zurückkehrte, ist einer der bekanntesten Bergsteiger und Abenteurer. Er bestieg alle 14 Achttausender. Als Autor schrieb er die Bücher «Alle meine Gipfel», «Mein Leben am Limit» und «Yeti».

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