Romy Schneider: «Meine Mutter hatte ein Verhältnis mit Hitler»

jfk

27.8.2018

1976 gab die Schauspielerin Romy Schneider der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer ein Interview. In einer Arte-Doku werden die Tonbandaufnahmen mit verstörenden Einblicken in das Leben der Sissi-Darstellerin nun öffentlich gemacht.

Zu dem ausführlichen Gespräch fanden sich die beiden Frauen in einer Winternacht in Köln (D) zusammen. Schwarzer schnitt das Interview damals auf Tonbändern mit. Für die TV-Dokumentation «Ein Abend mit Romy» auf Arte am 16. September macht die Feministin die Aufnahmen zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. Dem Magazin Stern zufolge kommt darin ein weinender und wütender Star zu Wort, von Selbstzweifeln und bösen Geistern aus der Jugendzeit geplagt.

Zu ihrer Mutter Magda hatte die 1938 in Wien geborene Romy ein sehr schwieriges Verhältnis. Die Schauspielern, die in «Sissi» als Mutter der jungen Kaiserin auftrat, soll die Nähe zu prominenten Nationalsozialisten gepflegt und sich dafür noch bis in die 1980er Jahre gerühmt haben. In dem Interview mit Schwarzer zeigte sich Romy Schneider felsenfest davon überzeugt, dass ihre Mutter mit Adolf Hitler sexuell verkehrt habe. Schwarzer bezweifelt in der Doku diese Behauptung, nicht jedoch den Umstand, dass Magda Schneider zu Hitler in einer wie auch immer gearteten Beziehung stand. 

Auch die problematische Beziehung zu ihrem Stiefvater Hans Herbert Blatzheim (1905-1968) wurde in dem Interview thematisiert. Bekannt ist, dass der deutsche Grossgastronom und Unternehmer das Leben seiner Stieftochter für seine Zwecke lenkte und sogar Teile ihrer Vermögens veruntreute, um sein Unternehmen vor der Pleite zu retten. In dem Gespräch mit Schwarzer offenbarte sie auch, dass «Daddy Blatzheim», wie sie ihren Patron nannte, ihr nachgestellt und mehrmals versucht habe, sie zu vergewaltigen.

Schneiders Wunsch gemäss hätten diese tristen Details nicht veröffentlicht werden sollen. Schwarzer hat sich nun über den Willen der im Alter von 43 Jahren verstorbenen Schauspielerin hinweggesetzt und die Audioaufnahmen für die Arte-Doku öffentlich gemacht. Als Grund gibt die Herausgeberin der Frauenzeitschrift «Emma»  gegenüber dem «Stern» an, so könne man ihre Verzweiflung verstehen, ihre Verletztheit, ihre Hypersensibilität. Romy Schneiders innigster Wunsch sei es gewesen, verstanden zu werden.

Die schönsten Schmatzer der Filmgeschichte
Bilder des Tages
Zurück zur Startseite