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WHO hält Pandemie-Ende in Europa nach Omikron-Welle für «plausibel»

Agenturen/phi/toko

23.1.2022

Eine breite Allianz aus Politiker*innen und Gewerbeverbänden will am Dienstag vom Bundesrat einen «Freedom Day» fordern. Unterdessen sagt der Europa-Chef der WHO, ein Pandemie-Ende auf dem Kontinent sei nach der Omikron-Welle «plausibel». Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/phi/toko

23.1.2022

Eine breite Allianz fordert den Ausstieg aus der Pandemie. Der Schweizerische Gewerbeverband, weitere Branchenverbände und bürgerliche Politiker*innen wollen am Dienstag den Bundesrat dazu auffordern, bereits im Februar die meisten Corona-Einschränkungen wie die Zertifikatspflicht oder die Personenobergrenzen fallen zu lassen, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet.

Bei einem gemeinsamen Auftritt der Allianz soll unter anderem ein sogenannter «Freedom Day» (Freiheitstag) nach dem Vorbild anderer Länder ausgerufen werden. Einen solchen propagiert auch die SVP und fordert die Aufhebung der Maskenpflicht im März. Die Massnahmenverlängerung des Bundesrats sei für das Gewerbe nicht akzeptabel, hiess es von der Allianz. Linke dagegen mahnten vor einer möglichen Überlastung der Akutplätze in den Spitälern und vor Arbeitsausfällen in verschiedenen Bereichen.

WHO hält Ende der Pandemie in Europa nach Omikron-Welle für «plausibel»

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle für möglich. «Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt», sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich mahnte er wegen möglicher weiterer Mutationen des Coronavirus jedoch zur Vorsicht.

Kluge führte aus, wenn die derzeitige Omikron-Welle in Europa abgeebbt sei, werde es «für einige Wochen und Monaten eine globale Immunität geben, entweder dank der Impfung oder weil die Menschen wegen einer Infektion Immunität haben». Hinzu kämen jahreszeitliche Effekte, fügte der WHO-Vertreter mit Blick auf den bevorstehenden Frühling und Sommer hinzu.

Touristen sitzen im Aussenbereich eines Restaurants in Rom: Schon bald soll das auch wieder in ganz Italien möglich werden. In vielen Regionen des Landes werden die Corona-Regeln entschärft. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Der Europa-Chef der WHO hält ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle für «plausibel».
Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

«Also stellen wir uns darauf ein, dass es eine Zeit der Ruhe geben wird, bevor Covid-19 zurückkommen könnte gegen Ende des Jahres, aber die Pandemie kommt nicht unbedingt zurück», fasste Kluge seine Erwartungen zusammen.

Nach Einschätzung der WHO könnten sich bis März 60 Prozent aller Menschen im Grossraum Europa mit der Omikron-Variante infiziert haben. Die WHO Europa, die ihren Sitz in Kopenhagen hat, ist zuständig für 53 Länder und Gebiete nicht nur in Europa, sondern auch in Zentralasien.

Omikron ist hochansteckend, löst aber bisherigen Studien zufolge in der Regel Erkrankungen mit einem milderen Verlauf aus als frühere Virusvarianten. Gut zwei Jahren nach Beginn der Corona-Pandemie wird während der aktuellen Omikron-Welle vermehrt die Hoffnung laut, dass sich Corona von einer Pandemie zu einer endemischen Infektion entwickelt, die also wie etwa die Grippe dauerhaft und gehäuft in einer begrenzten Region oder in Teilen der Bevölkerung auftritt.

Kluge sagte dazu der AFP: «Es wird viel über eine Endemie geredet, aber endemisch heisst, (...) dass es möglich ist vorherzusagen, was passieren wird.» Das Coronavirus Sars-CoV-2 habe «uns aber mehr als einmal überrascht, also müssen wir sehr vorsichtig sein». Zur derzeit sinnvollen Strategie gegen Corona sagte Kluge, statt sich auf die Einschränkung der Ansteckungen zu konzentrieren, müsse aktuell der Schutz besonders anfälliger Menschen im Vordergrund stehen.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die WHO hält ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle für möglich.
  • Eine breite Allianz aus Politikern und Gewerbeverbänden will einem Medienbericht zufolge am Dienstag vom Bundesrat einen «Freedom Day» fordern.
  • Taskforce-Mitglied Richard Neher hält es für ein «denkbares Szenario», dass die Corona-Variante Delta ein Comeback feiern könnte.
  • Neuseeland reagiert auf die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mit neuen Beschränkungen.
  • Epidemiologe und Ex-Taskforce-Mitglied Marcel Tanner hält Corona-Massnahmen wie Testen und Masken ab Sommer nur noch punktuell für nötig.
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  • 21.12 Uhr
    Lauterbach kündigt neue und «kreativere» Impfkampagne an

    Mit einer neuen Impfkampagne will Deutschland ab der kommenden Woche versuchen, weitere Menschen zu einer Impfung gegen das Coronavirus zu bewegen. Am Dienstag starte eine breite Impfkampagne mit Plakaten, Radio- und TV-Spots, «die kreativer ist als die bisherigen», sagte gesundheitsminister Karl Lauterbach der «Bild am Sonntag». «Wir sind in der Pflicht, die Menschen zu erreichen», sagte er.

    Lauterbach zufolge sollen unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden: Ältere, die besonders gefährdet seien, Familien, junge Männer auf dem Land und Menschen mit Migrationshintergrund. Er wolle sowohl für Erstimpfungen, «die das Sterberisiko senken», als auch für Booster-Spritzen, «die gegen die Omikron-Welle helfen», werben. Die Kampagne sei zudem in  unterschiedlichen Sprachen.

    «Wir müssen alles versuchen, die Impflücke zu schliessen, das ist auch eine Voraussetzung für eine eventuelle Impfpflicht», sagte Lauterbach. An den Impfkampagnen seines Amtsvorgängers Jens Spahn hatte es Kritik wegen ihrer unzureichenden Wirkung gegeben.

  • 20.41 Uhr
    Mindestens 70 Festnahmen in Brüssel

    Insgesamt sind bei Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen in Brüssel mindestens 70 Personen festgenommen worden, unter anderem wegen Sachbeschädigung oder Mitführung gefährlicher oder illegaler Gegenstände, heisst es in einer Polizeimitteilung. Drei Polizisten und 12 Demonstranten wurden demnach mit Verletzungen ins Spital gebracht, niemand sei in Lebensgefahr.

    Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell bedankte sich in einem Tweet bei der Brüsseler Polizei und verurteilte die «sinnlose Zerstörung» bei der Demonstration.

  • 19.52 Uhr
    Wirt der Walliserkanne verhalf zwei Gästen zur Flucht

    Im vergangenen Jahr sorgten renitente Wirte in Zermatt landesweit für Schlagzeilen. Die Betreiber der Walliserkanne weigerten sich, die Zertifikate seiner Gäste zu prüfen, so dass die Beiz zwischenzeitlich geschlossen wurde. Nun wird bekannt: Die Wirte verhalfen obendrein zwei Gästen zur Flucht. Dies berichtet der «Walliser Bote».

    Demnach habe die Wirtsfamilie die Gäste im Restaurant versteckt, um sich einer Zertifikatskontrolle zu entziehen. Einer der Beiden sei mithilfe von Videobildern nun doch geschnappt worden und wurde nun wegen Hinderung einer Amtshandlung sowie der Widerhandlung gegen die Covid-Verordnungen schuldig gesprochen worden.

  • 19.29 Uhr
    «Querdenker» blockiert Strasse in München mit Kleinbus

    In München hat ein selbsternannter sogenannter Querdenker mit einem querstehenden Kleinbus den Verkehr auf einer Strasse behindert. Wie die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte, bezeichnete sich der 73-Jährige gegenüber anrückenden Beamten selbst als Angehöriger der Querdenker und gab an, einen Autokorso starten zu wollen. Im weiteren Verlauf wurde er körperlich derart aggressiv, dass ihm letztlich sogar Handschellen angelegt werden mussten.

    Laut Polizei ereignete sich der Vorfall am späten Freitagabend im Zentrum von München. Zeugen hatten die Beamten per Notruf auf einen querstehenden Kleinbus hingewiesen, der die ganze Seite einer Fahrbahn blockierte. Gegenüber den Einsatzkräften gab der Mann an, einen Autokorso gegen die Corona-Massnahmen zu planen. Allerdings lag eine Versammlungsanmeldung nicht vor.

    «Es waren auch keine weiteren Versammlungsteilnehmer anwesend», fügten die Beamten an. Als sie die Identität des Mannes feststellen wollten, wurde er zunehmend verbal und körperlich aggressiv. Am Ende wurde er in Handschellen auf eine Polizeiwache gebracht. Er erhielt eine Anzeige wegen des Verdachts auf Nötigung im Strassenverkehr. Sein Auto wurde von einer Abschleppfirma am Strassenrand abgestellt.

  • 18.18 Uhr
    WHO hält Pandemie-Ende in Europa nach Omikron-Welle für «plausibel»

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle für möglich. «Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt», sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich mahnte er wegen möglicher weiterer Mutationen des Coronavirus jedoch zur Vorsicht.

    Die Gesundheitsbehörden in Italien haben am Donnerstag mehr als 100 000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa
    Nach Abflauen der Omikron-Welle in Europa sei ein Ende der Pandemie für den Europa-Chef der WHO «plausibel».
    Andrew Medichini/AP/dpa (Symbolbild)

    Nach Einschätzung der WHO könnten sich bis März 60 Prozent aller Menschen im Grossraum Europa mit der Omikron-Variante infiziert haben. Die Variante ist hochansteckend, scheint aber in der Regel Erkrankungen mit einem milderen Verlauf auszulösen als frühere Virusvarianten.

    Die WHO Europa ist zuständig für 53 Länder und Gebiete nicht nur in Europa, sondern auch in Zentralasien.

  • 18.05 Uhr
    Krawalle bei Demo in Brüssel

    Nach neuen Angaben der Polizei haben sich in Brüssel rund 50'000 Menschen versammelt, um gegen die Massnahmen zu protestieren. 

    Die Demonstranten marschierten vom Nordbahnhof ins europäische Viertel, wo teils Krawalle ausbrachen, wie die Nachrichtenagentur Belga und andere Medien berichteten.

    Demnach warfen Demonstranten Gegenstände auf Polizisten und beschädigten Gebäude. Die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um die Beteiligten wegzudrängen. Auf Videos online waren eingeschlagene Fensterscheiben des Gebäudes des Europäischen Auswärtiger Dienstes zu sehen. Ab 15 Uhr wurde die Demonstration nach Angaben der Polizei aufgelöst.

  • 17.28 Uhr
    Nur einer von 77 Hamstern bei Keulaktion in Hongkong Corona-positiv

    Nach dem Aufruf zur Tötung hunderter Hamster in Hongkong aus Gründen der Corona-Pandemiebekämpfung sind 77 Nager von Tierhaltern abgegeben worden. Unter den getöteten Tieren sei nur ein Hamster positiv getestet worden, teilten die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone mit. Die Keulungsaktion der süssen Nager hatte für Aufsehen gesorgt und die strikte Null-Covid-Strategie Hongkongs in Frage gestellt.

    Nach der Entdeckung mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Hamster in einer Tierhandlung hatten die Behörden die Tötung hunderter Hamster und anderer Nagetiere wie Kaninchen und Meerschweinchen angeordnet, rund 2000 Tiere aus Tierhandlungen wurden gekeult.

    Der Import kleiner Säugetiere wurde vorübergehend eingestellt. Zusätzlich wurden Haustierbesitzer, die ihre Nagetiere nach dem 22. Dezember erworben hatten, aufgefordert, diese bei der offiziellen Sammelstelle abzugeben. Besitzern, die ihre Tiere nicht abgeben, droht allerdings keine Strafe.

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Risiko einer Tier-zu-Mensch-Übertragung von Corona-Infektionen «gering», aber nicht ausgeschlossen. In Hongkong gilt wie in Festland-China eine strikte «Zero-Covid»-Politik. Schon beim Auftreten einzelner Corona-Fälle greifen die Behörden zu harten Massnahmen wie lokal begrenzten Lockdowns.

    Hongkong kämpft im Zuge der Omikron-Welle derzeit gegen einen der grössten Corona-Ausbrüche seit Beginn der Pandemie, in einem Hochhausgebiet wurden bislang 170 Fälle registriert. Fast 5000 Menschen mussten sich für fünf Tage in Quarantäne begeben, alle 35'000 Bewohner der Siedlung wurden zu Corona-Tests aufgefordert.

  • 16.58 Uhr
    Peking testet zwei Millionen Menschen

    Die Omikron-Variante des Coronavirus und die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele in Peking stellen Chinas rigorose Null-Covid-Strategie auf die Probe. Weniger als zwei Wochen vor Olympia-Beginn ordneten die Behörden in der Nähe des Austragungsortes Massen-Testungen an. Alle zwei Millionen Bewohner des Bezirks Fengtai sollen wegen eines dort aufgetretenen Infektionsherds auf Corona getestet werden. Nach Angaben der Olympia-Organisatoren gibt es auch in der speziell eingerichteten «Olympia-Blase», einem für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich, zahlreiche Corona-Fälle.

    Landesweit hatte es zuletzt mehrere kleine Infektionsherde gebeben. In Peking waren in den vergangenen Wochen nach offiziellen Angaben 46 Ansteckungen festgestellt worden. Fengtai im Süden der Hauptstadt soll das Zentrum des Ausbruchs sein, in dem Bezirk wurden demnach zuletzt sechs Neuinfektionen gemeldet. Die Massentestung sollte noch am Sonntag beginnen.

  • 16.13 Uhr
    Deutscher Kanzler Scholz spricht sich gegen Lockerungen aus

    Vor den neuen Bund-Länder-Gesprächen zur Coronalage hat sich der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz gegen Lockerungen bei den Eindämmungsmassnahmen ausgesprochen. «Wir brauchen keine Kurskorrektur», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». «Es ist jedenfalls sicher nicht angebracht, mitten in der Omikron-Welle auf breiter Front die Regeln zu lockern.»

    Morgen Montag wollen sich die Spitzen von Bund und Ländern erneut über das Vorgehen in der Coronapandemie abstimmen. Das Geschehen wird derzeit durch eine rasante Verbreitung von Infektionen mit der leicht übertragbaren Omikronvariante des Coronavirus geprägt, die sich allerdings zumindest bislang nicht in einer erneut steigenden Belastung der Intensivstationen der Spitäler niederschlägt.

    In der Folge gab es vor dem Spitzengespräch bereits Stimmen, die mögliche Lockerungen ins Spiel brachten. Bayerns Regierungschef Markus Söder etwa sagte am Wochenende der «Augsburger Allgemeinen», die Belastung der Kliniken sei der entscheidende Massstab. Die gegen die Delta-Welle eingeführten Massnahmen könnten nicht «1:1» auf eine andere Mutation übertragen werden. In Kultur, Sport und Jugendarbeit solle «wieder mehr Teilhabe» möglich werden.

    «Ich bin dafür, den Weg, den wir eingeschlagen haben, weiter zu gehen», sagte Scholz in der «Süddeutschen». Der Kanzler warnte vor verfrühten Hoffnungen auf schnelles Ende der Pandemie gerade durch Omikron. «Wir dürfen nicht blauäugig sein. Es ist eine Illusion zu glauben, in drei Monaten wäre die Pandemie einfach auf wundersame Weise für alle Zeiten vorbei», sagte er.

    In dem Zusammenhang sprach sich Scholz erneut für die Einführung einer Impfpflicht aus. «Ohne eine Impfpflicht werde es nicht gelingen, die Quote auf das Niveau zu bringen, das nötig ist, damit wir die Pandemie hinter uns lassen können», fügte er an.

  • 15.40 Uhr
    Breite Allianz will am Dienstag «Freedom Day» fordern

    Eine breite Allianz fordert den Ausstieg aus der Pandemie. Der Schweizerische Gewerbeverband, weitere Branchenverbände und bürgerliche Politiker wollen am Dienstag den Bundesrat dazu auffordern, bereits im Februar die meisten Corona-Einschränkungen wie die Zertifikatspflicht oder die Personenobergrenzen fallen zu lassen, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet.

    People drink on the dance floor shortly after the reopening, at The Piano Works in Farringdon, in London, Monday, July 19, 2021. Thousands of young people plan to dance the night away at 'Freedom Day' parties after midnight Sunday, when almost all coronavirus restrictions in England are to be scrapped. Nightclubs, which have been shuttered since March 2020, can finally reopen. (AP Photo/Alberto Pezzali)
    Eine breite Allianz aus Politikern und Gewerbeverbänden will am Dienstag vom Bundesrat einen «Freedom Day» nach dem Vorbild Grossbritanniens fordern.
    AP Photo/Alberto Pezzali

    Bei einem gemeinsamen Auftritt der Allianz soll unter anderem ein sogenannter «Freedom Day» (Freiheitstag) nach dem Vorbild anderer Länder ausgerufen werden. Einen solchen propagiert auch die SVP und fordert die Aufhebung der Maskenpflicht im März.

    Die Massnahmenverlängerung des Bundesrats sei für das Gewerbe nicht akzeptabel, hiess es von der Allianz. Linke dagegen mahnten vor einer möglichen Überlastung der Akutplätze in den Spitälern und vor Arbeitsausfällen in verschiedenen Bereichen.

  • 15.17 Uhr
    Ein Drittel aller Skilager abegesagt

    Wegen der Omikron-Welle ist in der Schweiz in dieser Wintersaison rund jedes dritte von 360 Skilagern abgesagt worden. Allein im Dezember und Januar waren bei der Schweizer Schneesportinitiative Go-Snow, dem grössten Organisator von Skilagern in der Schweiz, über 100 Klassenlager gebucht, und 80 Prozent wurden annulliert, wie Geschäftsführer Olé Rauch der «SonntagsZeitung» (kostenpflichtiger Inhalt) sagte.

    Bisher rieten das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Sport (Baspo) von Lagern ausdrücklich ab. Ab Februar gibt der Bund für Schullager «in kleinen Gruppen von maximal zwei Klassen» grünes Licht. Snowboard-Olympiasiegerin und Go-Snow-Präsidentin Tanja Frieden bedauerte die Absagen. «Für die Schülerinnen und Schüler ist es schon der zweite Winter ohne Lager, für einige sogar der dritte», sagte sie. Wenn das so weiter gehe, gebe es «einen ganzen Oberstufenjahrgang», der nie in einem Schneesportlager war.

  • 14.36 Uhr
    Zehntausende demonstrieren in Brüssel gegen Corona-Massnahmen

    Tausende Menschen demonstrieren in Brüssel gegen die Corona-Auflagen. Laut ersten Schätzungen versammelten sich mehrere Zehntausend in der Brüsseler Innenstadt, wie eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Sechs Personen seien bereits vor Beginn der Demonstration festgenommen worden wegen Besitz von gefährlichen oder verbotenen Gegenständen, sagte die Sprecherin.

    Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga hielten die Demonstranten Fahnen aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen, viele trugen keine Gesichtsmasken. Auf Schildern standen den Angaben zufolge Parolen gegen die Corona-Impfung und Aufrufe, Kinder zu «schützen». Die Demonstration wurde laut Belga von verschiedenen europäischen Gruppen organisiert.

  • 14.13 Uhr
    Portugal beginnt wegen Corona eine Woche vor Neuwahl des Parlaments mit Stimmabgabe

    In Portugal hat die Neuwahl des Parlaments wegen der Corona-Pandemie für einen Teil der Bürger bereits eine Woche vor dem eigentlichen Termin begonnen. Mehr als 300'000 Wähler meldeten sich nach Behördenangaben für die vorgezogene Stimmabgabe an. Auch Regierungschef António Costa wollte seine Stimme am Vormittag in Porto abgeben. Costa stellt sich zur Wiederwahl, nachdem seine sozialistische Minderheitsregierung über der Haushaltsabstimmung zerbrach.

    Der Modus soll die Stimmabgabe kommenden Sonntag entzerren. Wie Länder in ganz Europa kämpft Portugal derzeit gegen die Omikron-Welle. Nach Schätzungen der Behörden befinden sich bis zu 600'000 Menschen in Corona-Quarantäne. Wähler, die mit dem Coronavirus infiziert sind, dürfen kommende Woche trotzdem zur Stimmabgabe gehen. Ihnen wird das Zeitfenster von 18 bis 19 Uhr empfohlen, wenn die Wahllokale traditionell weniger besucht sind.

    Costa fehlte die Zustimmung zweier linker Parteien zu seinem Haushaltsplan für 2022, weshalb Neuwahlen ausgerufen wurden. Es war das erste Mal seit dem Ende der Diktatur 1974, dass ein Haushalt abgelehnt wurde.

    Laut einer Umfrage des Senders Radio Renascenca liegen die Sozialisten von Costa mit rund 38 Prozent der Stimmen in Führung, während die oppositionelle Mitte-Rechts-Partei PSD knapp über 30 Prozent auf sich vereinen könnte. Zuletzt schrumpfte der Vorsprung der Sozialisten jedoch. Costa dürfte damit erneut keine Mehrheit im Parlament zustandebekommen, sondern ein drittes Mal in Folge eine Minderheitsregierung anführen.

    Während Costas erster Amtszeit konnte Portugal vier Jahre lang ein Wirtschaftswachstum verzeichnen, das es der Regierung ermöglichte, die während der europäischen Schuldenkrise 2011 verhängten Sparmassnahmen rückgängig zu machen und den ersten Haushaltsüberschuss des Landes seit 1974 zu erzielen. Die vergangenen zwei Jahre waren von der Corona-Krise geprägt und trafen insbesondere des Tourismus-Sektor schwer.

  • 13.10 Uhr
    Corona kostete deutsche Wirtschaft 362 Milliarden 

    Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen beiden Jahren bei unseren Nachbarn im Norden zu riesigen wirtschaftlichen Schäden geführt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kommt in einer Analyse zum Ergebnis, dass der Wertschöpfungsausfall bei rund 362 Milliarden Franken liegt. 

    Im Krisenjahr 2020 war die Wirtschaftsleistung nach jüngsten Daten um 4,6 Prozent eingebrochen. Vor allem wegen eines flächendeckenden Lockdowns sowie unterbrochener Lieferketten und Produktionsausfälle im Frühjahr 2020 nach dem Ausbruch der Pandemie war die Konjunktur eingebrochen. Die Politik hatte milliardenschwere Hilfsmassnahmen beschlossen, um die Folgen für Jobs und Firmen abzumildern.

    04.03.2021, Niedersachsen, Hannover: Ein Skelett sitzt mit einem leeren Bierglas vor einem wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Restaurant in der Südstadt. Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 28. März verlängert. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Julian Stratenschulte)
    «Das ist Karl. Karl gehört zur Gattung Stammgast und ist vom Aussterben bedroht»: Protest während des deutschen Lockdowns Anfang März 2021 in Hannover.
    KEYSTONE

    Laut der IW-Modellrechnung dürften über die vergangenen acht Quartale hinweg Ausfälle beim privaten Konsum in Deutschland von insgesamt 279 Milliarden Franken eingetreten sein. Beim privaten Konsum sei es auch zu «Verhaltensänderungen» gekommen, erläuterte der Autor der Analyse, Michael Grömling. Das bedeute: Auch wenn Discos, Theater und Restaurants wieder offen waren, hätten sich viele trotzdem aus Vorsichtsgründen zurückgehalten und auf einen Bar- oder Restaurantbesuch verzichtet. 

    Zwar stehen laut IW den Einbussen beim privaten Konsum und bei den Investitionen kräftige Impulse vonseiten des Staatskonsums entgegen – infolge von Konjunkturpaketen und pandemiebedingter Zusatz-Ausgaben. Auch vom Export kamen merklich positive Impulse. Dennoch ergebe sich ein Wertschöpfungsausfall in Höhe von fast 362 Milliarden Franken.

  • 12.30 Uhr
    Delta feiert ein Comeback, wenn...

    Weil sich Omikron schneller ausbreitet und die Impfungen hier weniger gut anschlagen, macht die Delta-Variante in der Schweiz nur noch 11 Prozent der Fälle aus, wobei es örtlich Unterschiede geben kann. Auf den hiesigen Intensivstationen ist die Mutante jedoch vorherrschend.

    Das hat nun auch Huldrych Günthard vom Unispital Zürich der «Sonntagszeitung» bestätigt: «Auf den Intensivstationen betreuen wir derzeit fast ausschliesslich Personen, die ungeimpft sind und sich mit Delta angesteckt haben». Von Omikron-Todesfälle wisse der Infektiologe dagegen nichts.

    Delta noch nicht abschreiben: Huldrych Günthard vom Unispital Zürich.
    Bild: USZ

    Taskforce-Mitglied Richard Neher von der Universität Basel hält es sogar für möglich, dass Delta ein Comeback feiern könnte. Das seien «denkbaren Szenarien». Günthard warnt, dass auch Reisende Delta zurückbringen könnten: Wenn erst einmal der Impfschutz nachlasse, könnte die ältere Variante erneut zum Problem werden. Auch eine aggressive Mischform beider Mutanten sei vorstellbar.

  • 10.20 Uhr
    Familie löst neue Massnahmen in Neuseeland aus

    Neuseeland reagiert auf die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mit neuen Beschränkungen. Neun Mitglieder einer Familie, die in diesem Monat für eine Hochzeit nach Auckland geflogen war, wurden positiv auf die Virusvariante getestet, wie Premierministerin Jacinda Ardern heute bekanntgab.

    Damit wurde die sogenannte rote Stufe der Pandemie-Bekämpfung in dem Land ausgelöst, die ab Montag Massnahmen wie etwa Beschränkungen für Versammlungen und verstärktes Maskentragen vorsieht. Ardern unterstrich, «rot» bedeute keinen Lockdown. Geschäfte könnten geöffnet bleiben, Menschen könnten weiterhin Freunde und Familie besuchen und sich frei im Land bewegen.

    Die Strategie für den Umgang mit Omikron in der frühen Phase bleibe dieselbe wie bei Delta, sagte Ardern. Es werde auf schnelle Tests, Nachverfolgung von Kontakten und Isolierung von Infizierten und Kontaktpersonen gesetzt, um die Ausbreitung zu verlangsamen.

    New Zealand Prime Minister Jacinda Ardern announces the country will move to red traffic light setting as part of new COVID-19 restrictions during a press conference in Wellington, Sunday, Jan. 23, 2022. Ardern also announced that her wedding, which was supposed to take place next weekend, will not go ahead as a consequence of the red setting. (Mark Mitchell/New Zealand Herald via AP)
    Premierministerin Jacinda Ardern ist auch persönlich von den neuen Massnahmen betroffen (siehe unten).
    KEYSTONE

    Die Familie aus der Nelson-Marlborough-Region in Neuseeland hatte während des Aufenthalts in Auckland neben der Hochzeit auch andere Veranstaltungen besucht und sei dabei Schätzungen zufolge mit «weit über 100 Personen» in Kontakt gekommen, erklärte Ardern. «Das bedeutet, dass Omikron jetzt in Auckland und möglicherweise der Nelson-Marlborough-Region zirkuliert, wenn nicht anderswo», fügte sie hinzu.

    Etwa 93 Prozent der Neuseeländer ab 12 Jahren sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 52 Prozent haben zudem eine Impfauffrischung erhalten. Das Land hat damit begonnen, Kinder zwischen fünf und elf Jahren zu impfen.

  • 9.30 Uhr
    Neuseelands Regierungschefin muss Hochzeit verschieben

    Die Verschärfung der Corona-Massnahmen betrifft Ardern auch persönlich. Die neuseeländische Regierungschefin hatte geplant, am kommenden Wochenende zu heiraten. In Folge der neuen Beschränkungen wird die Feier jedoch verschoben. «Ich geselle mich einfach zu anderen Neuseeländern, die wegen der Pandemie eine Erfahrung wie diese gemacht haben, und zu jedem, der in dem Szenario gefangen ist. Es tut mir so leid», sagte sie.

  • 8.35 Uhr
    Virologe Tanner glaubt an ein baldiges Massnahmen-Ende

    Epidemiologe und Ex-Taskforce-Mitglied Marcel Tanner hält Corona-Massnahmen wie Testen und Masken ab Sommer nur noch punktuell für nötig. Hielten die Menschen in bestimmten Situationen freiwillig Schutzmassnahmen ein, könnten die staatlichen Einschränkungen wegfallen.

    Seiner Meinung nach sind nach der Omikron-Welle flächendeckende Massnahmen wie Maskenpflicht und 2G-Zertifikatspflicht nicht mehr nötig, «wenn wir uns weiterhin genügend impfen und boostern», wie Tanner in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte. Voraussetzung dafür sei, dass die Gesellschaft und jeder einzelne Verantwortung übernehme.

    Zwei Polizisten kontrollieren, dass das Social Distancing waehrend der Coronavirus (Covid-19) Pandemie eingehalten wird, am Dienstag, 17. Maerz 2020 auf der Bundesterrasse in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
    Zwei Polizisten kontrollieren das Einhalten der Massnahmen in Bern.
    Archivbild: KEYSTONE

    Das Virus werde nicht einfach verschwinden, erklärte der 69-jährige Basler Forscher. Es werde «weiterhin Corona-Ausbrüche geben, vielleicht sogar kleinere Wellen». Aber solche Ausbrüche könne man künftig mit «gezielten punktuellen und freiwilligen Massnahmen beherrschen und eindämmen».

    Tanner glaubt, dass wenn der Staat aufhöre, harte Massnahmen zu erlassen, und damit stattdessen eine Perspektive aufzeige, wie die Menschen mit einfachen und freiwilligen Massnahmen wieder Normalität herstellen könnten, werde die Gesellschaft das tun. «Das hat sich bisher in allen Epidemien gezeigt.»

    Der Epidemiologe forderte auch ein Ende der Massentests und umfangreichen Datensammlung. Nach der Omikron-Welle müsse man aufhören, «breit zu testen und massenweise Daten zu sammeln», sagte Tanner. «Die Prognosen werden mit den riesigen Datenmengen nicht besser, sie provozieren nur neue Ängste». Tanner schlug vor, künftig die Verbreitung des Coronavirus nur noch mit Stichproben ähnlich wie bei der Grippe zu überwachen. Testen lassen sollte sich «grundsätzlich nur noch, wer Symptome hat, die auf Corona hindeuten».

  • 8.15 Uhr
    Deutscher Expertenrat mahnt Verschärfung an

    Der Expertenrat der deutschen Regierung hat gründliche Vorbereitungen auf eine mögliche weitere Verschärfung der Corona-Lage angemahnt. Wenn weitere «kritische Marken» wie etwa eine hohe Hospitalisierungsrate erreicht würden, seien weitergehende Schutzmassnahmen nötig.

    Diese Massnahmen sollten daher «jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können», heisst es in der am Samstagabend von der Bundesregierung verbreiteten Stellungnahme des Expertenrats. Zudem forderten die Fachleute unter Verweis auf das «hochdynamische Infektionsgeschehen» eine «strikte Umsetzung der bisherigen Massnahmen».

    22.01.2022, Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau: Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen. In Freiburg demonstrieren laut Polizei rund 5.500 Menschen gegen die im Kampf gegen die Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen. Rund 2.000 Menschen nahmen an einer Gegendemonstration teil. Foto: Maren Richter/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Maren Richter)
    Menschen demonstrieren am 22. Januar in Freiburg gegen die Corona-Massnahmen. 
    KEYSTONE

    Zugleich zeigten die Wissenschaftler auch eine Perspektive für ein Zurückfahren der Corona-Restriktionen auf. Wenn die Grundimmunität in der Bevölkerung zunehme und die Zahl der Neuinfektionen und die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern zurückgehe, sollten die Kontaktbeschränkungen wieder stufenweise zurückgefahren werden, heisst es in dem Papier.

    Als wesentliche Massnahme zur Überwindung der Corona-Pandemie betrachtet der Expertenrat weiterhin die Impfung. Es sei «dringend erforderlich, die verbliebenen Immunitätslücken in der Gesellschaft durch Impfungen zu schliessen», erklärte er. Ansonsten sei immer wieder mit «starken Infektions- und Erkrankungswellen zu rechnen». Dem Expertenrat gehören 19 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Fachrichtungen an.

  • 8 Uhr
    Karneval in Rio verschoben

    Nach dem Strassenkarneval fallen in Rio de Janeiro auch die Karnevalsumzüge im Februar und März erneut wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Letztere sollen stattdessen aber im April stattfinden. Die Verwaltung der brasilianischen Metropole teilte auf Twitter mit, die weltberühmten Umzüge im Sambodrom würden wegen einer Zunahme der Covid-19-Fälle auf den Feiertag Tiradentes verschoben - der Todestag des Freiheitskämpfers aus dem 18. Jahrhundert ist am 21. April.

    Auch Brasiliens bevölkerungsreichste Stadt São Paulo verschob ihre Feierlichkeiten. Die Entscheidung fiel nach einer Besprechung der Bürgermeister und Gesundheitssekretäre beider Städte sowie der Präsidenten der Verbände der Sambaschulen. Nach einem Bericht der Zeitung «Folha de S.Paulo» drückte Rios Gesundheitssekretär Daniel Soranz die Hoffnung aus, dass bis April die durch Omikron verursachte aktuelle Infektionswelle nachgelassen haben könnte.

    01.12.2021, Hamburg: Gerrit Braun (r) und Frederik Braun, Gründer des Miniatur Wunderlands, schauen sich den Karneval in Rio auf dem neuen Abschnitt Rio de Janeiro im Miniatur-Wunderland an. Nach vier Jahren Arbeit und 1,5 Millionen Euro Baukosten wurde der neue Rio-Abschnitt eröffnet. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt)
    Karneval in Rio 2021??? Aber nur im Miniatur Wunderland in Hamburg. Im Hintergrund sind die Macher Frederik und Gerrit Braun (rechts) zu sehen.
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    Am Samstag registrierte Brasilien erneut etwas mehr als 200'000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – das war am vergangenen Mittwoch erstmals in der Pandemie geschehen. Das grösste und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas meldete bisher rund 623'000 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung, mehr sind es nur in den USA. Knapp 70 Prozent der gut 210 Millionen Brasilianer gelten als doppelt geimpft. Rund 30 Millionen Booster wurden bislang verabreicht.

    Den Strassenkarneval in Rio hatte Bürgermeister Eduardo Paes Anfang des Monats bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Die Pläne für die Umzüge im Sambodrom im Februar und März, die im vergangenen Jahr zuerst ebenfalls verschoben und dann abgesagt worden waren, blieben zunächst weiter bestehen. Dort seien Kontrollen zum Infektionsschutz einfacher umzusetzen, sagte Paes.

    Eine komplette Absage würde nach dem Ausfall im vergangenen Jahr erneut Millionen an Verlust bedeuten. Für gewöhnlich zieht der Karneval jedes Jahr Millionen Touristen an den Zuckerhut. Dem Portal «Carnavalesco» zufolge bringt das Spektakel der Stadt jedes Jahr umgerechnet rund 640 Millionen Franken ein.