Sicherheitsdirektoren wollen ID-Pflicht an Fussballspielen

jc, sda

19.11.2021 - 16:08

An einem Fussballspiel soll immer eine Identitätskarte vorgewiesen werden müssen. Damit will die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektionen die Strafverfolgung von Hooligans verbessern. - Im Bild stehen GC Spieler vor GC Hooligans nach einem Spielabbruch 2019. (Symbolbild)
Keystone

Damit die Sicherheit an Fussballspielen erhöht und die Strafverfolgung von Hooligans verbessert werden kann, sollen ab der Saison 2022/2023 nur noch personalisierte Tickets ausgestellt werden. Das fordert die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektionen.

jc, sda

19.11.2021 - 16:08

An einem Fussballspiel soll also immer eine Identitätskarte vorgewiesen werden müssen. Die Regierungskonferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektionen (KKJPD) hat diese Forderung am Freitag bei ihrem Treffen in Mendrisio TI beschlossen.

Als nächstes müssen die Bewilligungsbehörden der entsprechenden Kantone und Städte entscheiden, erklärte der Luzerner Sicherheitsdirektor Paul Winiker gegenüber Keystone-SDA. Diese werden sich am 10. Dezember zu einer Versammlung treffen. Winiker erwartet, dass die Behörden an diesem Treffen der Forderung der KKJPD einstimmig zustimmen werden. Wenn auch nur ein Kanton oder eine Stadt ausschere, gehe die Wirkung verloren, sagte Winiker.

An der Versammlung der KKJPD sei vor dem Entscheid noch diskutiert worden, ob die Regelung auf die 2. Liga oder auf Eishockeyspiele ausgeweitet werden solle. Davon habe man vorerst Abstand genommen, sagte Winiker. Zudem sei der Vorschlag des Fussballverbands diskutiert worden, als Massnahme gegen Ausschreitungen den Gästesektor zu schliessen.

Das sei eine Option, die die Vereine oder der Verband bei Bedarf tun könnten. Als Grundmassnahme sollen jetzt die personalisierten Tickets eingeführt werden. Bereits seit einigen Wochen sei eine Taskforce daran, die Umsetzung zu prüfen, sagte Winiker.

Pyros fliegen auf Gästefans

In der Vergangenheit war es insbesondere im Rahmen von Fussballspielen mehrfach zu Ausschreitungen gekommen. Im Juni 2016 haben die Konkordatskantone, die Swiss Football League und die Clubs Empfehlungen zur Umsetzung des Hooligan-Konkordats erlassen. Im Vordergrund stand eine verstärkte Beweissicherung, um gewalttätige Personen zu identifizieren und zu sanktionieren.

Dennoch kam es immer wieder zu massiven Ausschreitungen, teils mit hohen Sachschäden. So zuletzt etwa beim Zürcher Derby Ende Oktober, als eine Gruppe aus FCZ-Fans auf den GC-Sektor zulief und Pyros und Feuerwerkskörper in die GC-Kurve feuerte. Und St. Galler Hooligans demolierten nach dem Match in Luzern Busse der Verkehrsbetriebe Luzern und zündeten am Bahnhof Böller und Petarden.

Die Swiss Football-League lancierte daraufhin die Diskussion, die Gastsektoren in den Fussballstadien zu schliessen, um die friedlichen Fans zu schützen.

Breite Themenpalette an Versammlung

Die Polizei- und Sicherheitsdirektorinnen und -Direktoren trafen sich am Donnerstag und Freitag in Mendrisio TI. Am Donnerstag stand ein Austausch mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Vertretern der Amtsleitungen vom Bundesamt für Migration, vom Bundesamt für Justiz, und von der Bundespolizei auf dem Programm. Es wurden verschiedene Themen im Polizei-, Migrations- und Zivilstandsbereich diskutiert.

Thematisiert wurde etwa auch der Umgang mit der Herkunftssuche von Adoptierten aus Sri Lanka, wie KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Am Freitag standen interkantonale Themen wie der Hooliganismus auf dem Programm.

jc, sda