Skigebiete im Konkurrenzkampf – Berg-Bahnen droht das Aus

gusi

27.12.2018 - 16:09

Einige Bergbahnen in der Schweiz sind mächtig in Schieflage. Der Grund sehen Tourismus-Experten in einem Überangebot.
Keystone

Die Feiertage locken so manchen Skifahrer auf die Skipiste. Trotzdem kämpfen viele Bergbahnen ums Überleben. Schuld ist ein Überangebot.

Die Betreiber der Schweizer Bergbahnen haben in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Sie steckten viel Geld in bessere Bahnen, Pistenmaschinen oder Schneekanonen – im Kampf gegend die Konkurrenz oder den ausbleibenden Schnee.



Diese Massnahmen haben die eher schwierige Lage für einige Schweizer Bergbahnen aber weiter zugespitzt. Davon ist Andreas Deuber, Leiter des Tourismussbereichs der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur, überzeugt. Er sieht die Branche durch ein Überangebot bedroht. «Das besteht natürlich nicht an den Spitzentagen über Weihnachten oder während den Sportferien. Das Überangebot besteht ausserhalb dieser Spitzenzeiten unter der Woche, wo einfach sehr schlechte Auslastungen gegeben sind», so Deuber gegenüber SRF News.

Massive Unterschiede in der Branche

Der Blick in die Bilanzen der Unternehmen zeigt deutliche Unterschiede. Bei einigen Betreibern ist die Situation solide, bei anderen hingegen richtig prekär.

Den wesentlichen Unterschied macht das Sommergeschäft. Gut stehen jene Bahnen da, die im Winter und in der warmen Jahreszeit Publikumsmagnete sind. Dazu gehören die Jungfrau-, Zermatt- und Titlis-Bergbahnen. Im Kanton Graubünden allerdings kämpfen die Betreiber mit den saisonalen Schwankungen. Hier werden 90 Prozent der Umsätze im Winter erwirtschaftet. Im Sommer fehlen die Gäste.

«Das führt dazu, dass diese fixkostenlastigen Anlagen häufig nicht genutzt sind. Deshalb sind die resultierenden Cashflows zu tief, um die laufend hohen Investitionen bestreiten zu können», so Deuber.

Mit Schneekanonen und bessere Infrastruktur buhlen die Bahnen um die Gäste. Doch ausserhalb der Hauptsaison sind längst nicht alle ausgelastet.
Keystone

Betreiber rechnen mit Strukturbereinigung

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens «PwC» rechnen zwei Drittel der befragten Bergbahnen mit einer Strukturbereinigung in der Branche. Das heisst, dass ohne neues Geld Bahnen verschwinden dürften.

Tatsächlich beurteilen 43 Prozent der kleinen Betriebe ihre Zukunft als schwierig. Rettend einspringen kann hier nur noch die Gemeinde. «Die öffentliche Hand muss im Prinzip entscheiden, wie wichtig ihr die Gebiete sind. Wenn dann die Antwort ist ‹Sie bringen volkswirtschaftlich viel Nutzen›, dann müssen sie auch die Kosten auf sich nehmen», sagt Philipp Lütolf, Professor an der Hochschule Luzern, zu SRF.

Berggebiete sind auf Bahnen angewiesen

Viele Skigebiete sind vom Tourismus abhängig. Allein bei den Betreibern der Bergbahnen arbeiten in der Schweiz 16'000 Personen im Personentransport und den direkt angeschlossenen Hotels und Restaurants.

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