Solinger Kindermorde: Lebenslange Haft für die Mutter

SDA

4.11.2021 - 10:29

ARCHIV - Im Prozess um den fünfachen Kindesmord in Solingen ist die Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Foto: Marcel Kusch/dpa
Keystone

Eine deutsche Mutter ist für die Ermordung von fünf ihrer sechs Kinder zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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4.11.2021 - 10:29

Das Wuppertaler Landgericht sprach die 28-Jährige am Donnerstag schuldig und stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschliesst.

Die Kinder aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) waren zwischen einem und acht Jahre alt. Nur der älteste Sohn der Frau überlebte, er war zur Tatszeit nicht zuhause. Die Hausfrau habe die fünf Kinder heimtückisch umgebracht, indem sie sie erst betäubte und dann nacheinander ertränkte oder erstickte, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Richter Jochen Kötter sprach von einer «Tragödie».

Auslöser der Tat, die deutschlandweit Entsetzen ausgelöst hatte, war nach Überzeugung der Ermittler ein Foto, das den Ehemann der Frau mit einer neuen Partnerin an seiner Seite zeigte. Per Chat hatte die 28-Jährige ihrem Mann daraufhin angekündigt, dass er seine Kinder nicht wiedersehen werde.

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Angeklagte hatte behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, sie gezwungen, die Chat-Nachrichten zu schreiben, und ihre Kinder getötet. Verteidiger Thomas Seifert hatte einen Freispruch beantragt. Es gebe nach wie vor Zweifel an der Täterschaft seiner Mandantin.

Die vom Gericht bestellten psychiatrischen und psychologischen Gutachter hatten der Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Hinweise auf eine gravierende psychische Störung fanden sie nicht. Das Landgericht hat an 20 Prozesstagen mehr als 40 Zeugen gehört.

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht nun fest. Die Hausfrau hatte sich anschliessend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Grossmutter an den Niederrhein geschickt.

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