Experten meinen Rätsel um Flug MH370 gelöst zu haben

15.5.2018 - 14:02, tsch

Die Suche nach MH370 wurde trotz Protesten von Angehörigen nach mehr als tausend Tagen im vergangenen Jahr eingestellt. Der Flieger ist seit vier Jahren verschollen, mit 239 Menschen an Bord. Die Hoffnungen, dass das Flugzeug je gefunden wird, sind mittlerweile sehr klein.
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Australische Soldaten bei ihrer Suche auf dem Indischen Ozean: Die Suche soll erst wieder aufgenommen werden, wenn es glaubwürdige neue Hinweise gibt, wo sich die Maschine befinden könnte. 
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Mit Billigung von Malaysias Regierung hat sich inzwischen ein privates Unternehmen aus den USA namens Ocean Infinity eingeschaltet. Mit einem Schiff wird nun ein nur noch etwa 25'000 Quadratkilometer grosser Bereich abgesucht. Wenn bis Juni 2018 nichts gefunden wird, soll auch diese Aktion beendet werden.
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3D-Karte des Meeresgrunds im Indischen Ozean, wo das Wrack der Maschine vermutet wurde (Archiv).
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Eine Maschine der Royal Australian Air Force fliegt über ein britisches Suchschiff (Archiv).
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Die Unterwasserdrohne (AUV) Artemis sucht im Indischen Ozean nach dem vermissten Flugzeug (Archiv).
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Bei diesem im Meer treibenden Objekt dachte man zunächst, es könnte sich möglicherweise um ein Wrackteil von Flug MH370 handeln (Archiv).
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Ein Schiff der britischen Royal Navy sucht gemeinsam mit einem Flugzeug der Australischen Luftwaffe im vermuteten Absturzgebiet (Archiv).
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Philippinische Schüler zeichnen in Manila ein Bild der verschollenen Maschine von Flug MH370 auf den Asphalt (Archiv).
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Mehr als vier Jahre nach dem Verschwinden von Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord, haben Experten eine neue Theorie was an Bord der Malaysian Air-Maschine wirklich geschah.

Es ist eines der grössten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Bis heute weiss niemand, was im März 2014 mit dem Flug MH370 geschah. Auch vier Jahre nach dem Verschwinden einer malaysischen Passagiermaschine vom Typ Boeing 777 über dem Indischen Ozean fehlt weiterhin jede Spur.

Ein Team von Luftfahrtexperten hat nun aber eine neue Theorie entwickelt, mit der ziemlich schlüssig erklärt wird, was in den letzten Stunden vor dem vermutlichen Absturz der Maschine an Bord passierte. Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking kurz nach dem Start vom Radar verschwunden.

Die Experten gehen von einem Suizid mit gleichzeitigem vorsätzlichem Massenmord aus. In der Nachrichtensendung «60 Minutes Australia» sagten sie, dass alle bis auf eine Person an Bord des Flugzeugs bewusstlos gewesen seien. Der Grund dafür sei ein absichtlich herbeigeführter Druckabfall in der Kabine gewesen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei der damals 53-jährige Kapitän Zaharie Ahmad Shah dafür verantwortlich gewesen.

«Er wollte sich selbst umbringen»

Einen ähnlichen Fall hatte es 2015 beim Absturz eines Germanwings-Fluges in Frankreich gegeben. Der Co-Pilot konnte dabei allerdings der Tat überführt werden.

Vor drei Jahren: Germanwings-Pilot reisst 149 Menschen mit in den Tod

Larry Vance, ein pensionierter kanadischer Flugsicherheitsermittler, sagte in der Sendung: «Er wollte sich selbst umbringen und riss dabei jeden in den Tod, der mit an Bord war - und zwar mit Vorsatz.» Zaharie Ahmad Shah gilt von Anfang an als Verdächtiger. Seine Ehe soll vor dem Aus gestanden haben.

Die Theorie wird vom letzten bekannten Kurs von Flug MH370 gestützt, der sie nahe an die Stadt Penang führte. Shah hätte wahrscheinlich einen letzten Blick auf seine Heimatstatd werfen wollen, so die Experten. Zwei Mal sei die Maschine dafür nach links abgebogen.

«Ich habe mir über diese Route monatelang den Kopf zerbrochen», sagte der erfahrene Pilot und Boeing 777-Trainer Simon Hardy in der Sendung. «Welche technischen Gründe hätte es dafür geben können? Die Antwort ist ganz einfach: Jemand wollte aus dem Fenster schauen.»


Zickzack-Kurs zwischen Malaysia und Thailand

Wie aber konnte ein modernes Passaigierflugzeug, das vollgestopft ist mit Kommunikations-, Navigations- und Überwachungstechnik überhaupt vom Radar verschwinden. Auch auf diese Frage haben die Experten eine Antwort. Zum einen konnte niemand einen Notruf absetzen, weil alle Menschen bis auf den Piloten ohnmächtig waren.

Zum anderen sei der Kapitän ziemlich clever vorgegangen. «Er flog zum Beispiel einen Zickzack-Kurs an der Grenze zwischen Malaysia und Thailand, mal ein Stück in diesem Luftraum, mal ein Stück in jenem», erklärte Hardy.

Keines der Länder hätte sich zuständig gefühlt. «Das Flugzeug war ja immer nur kurz an den Grenzen und verschwand dann wieder. Das waren ziemlich akkurate Flugmanöver», sagte Hardy und fügte hinzu, dass er es wahrscheinlich genauso gemacht hätte, wenn er eine Boeing 777 hätte «verschwinden» lassen wollen.

Auch wenn die Erklärungen der Experten ziemlich schlüssig klingen: Es sind unbewiesene Theorien. Aufschlüsse, was wirklich geschah, kann nur die Black Box des Flugzeugs geben. Doch die ist wahrscheinlich für immer in den Tiefen des Ozeans verschollen.

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