XXL-Reisegruppe: Tausende Chinesen stürmen Luzern

tsha

8.5.2019

Beliebtes Reiseziel: Touristen aus Asien kommen gerne und häufig nach Luzern (Archivbild).
Bild: Keystone

Luzern macht sich bereits für einen Touristenansturm: Tausende Chinesen werden in den kommenden Wochen in die Stadt am Vierwaldstättersee aufbrechen.

Das hat es so wohl noch nicht gegeben: Die amerikanische Firma Jeunesse Global hat Tausende Mitarbeiter aus China auf eine Schweiz-Reise eingeladen. Die erfolgreichsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen mit dieser sogenannten Incentive-Reise zusätzlich motiviert werden. 

«Die total rund 12'000 Personen – Mitarbeitende sowie Begleitpersonen – reisen in verschiedenen Gruppen in die Schweiz und besuchen ihre Wunschdestinationen», zitiert die «Luzerner Zeitung» aus einer Mitteilung von Luzern Tourismus. «Die Gäste besuchen diverse touristische Höhepunkte der Schweiz, darunter auch die Region Luzern-Vierwaldstättersee.»

Schon am kommenden Montag sollen die ersten 4'000 Besucher aus China ankommen. In insgesamt 95 Reisecars geht es von Basel und Zürich, wo die Touristen während ihres gesamten Aufenthalts wohen werden, nach Luzern. Zwei weitere Reisegruppen werden für Ende Mai erwartet. Laut dem Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren sind die Chinesen «bei weitem die grösste Gruppe, die wir je hatten». Ihm komme es vor, «als würde ein Kreuzfahrtschiff in Luzern anlegen: Auf einen Schlag sind knapp 4000 Gäste da.» 

Toleranz ist gefragt

Die Stadt Luzern scheint dennoch gut vorbereitet auf den Ansturm. «Die Involvierten unternehmen organisatorisch, personell und finanziell alles, damit der öffentliche Raum möglichst wenig belastet wird», sagte Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, gegenüber der «Luzerner Zeitung». Trotzdem appelliert er vorsorglich an die Bewohner seiner Stadt: «Während diesen Tagen braucht es wohl hie und da etwas Geduld und eine Extraportion Toleranz.»

Jeunesse Global habe zunächst damit gerechnet, dass sich nur rund 3'000 Verkäufer und Verkäuferinnen aufgrund ihrer guten Leistungen für den Schweiz-Trip qualifizieren würden – am Ende seien es überraschenderweise dann aber viermal so viele Mitarbeiter gewesen.

Die XXL-Reise der Chinesen hat freilich nicht nur Auswirkungen auf die besuchten Städte, sondern auch aufs Klima: Ein Flug von Peking nach Zürich und zurück verusacht laut Atmosfair pro Passagier eine Klimawirkung von rund 5'000 Kilogramm CO2 - bei 12'000 Besuchern sind das 60'000 Tonnen. Das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen liegt laut Atmosfair bei nur 2'300 Kilogramm.

Bilder aus der Schweiz
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