IndustrieABB steigert den Gewinn im zweiten Quartal deutlich
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18.7.2024 - 06:53
Der Techkonzern ABB ist im zweiten Quartal leicht gewachsen, hat aber zugleich den Gewinn kräftig gesteigert. An den gesetzten Zielen für das Gesamtjahr 2024 hält ABB fest.(Archivbild)
Keystone
ABB arbeitet so profitabel wie noch nie. Das Unternehmen ist im zweiten Quartal 2024 leicht gewachsen und hat dabei den Gewinn deutlich gesteigert. Die operative Gewinnmarge erreichte gar ein neues Allzeithoch. Die Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt.
Keystone-SDA, tv
18.07.2024, 06:53
18.07.2024, 07:44
SDA
Der Umsatz stieg von April bis Juni um 1 Prozent auf 8,24 Milliarden US-Dollar, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte zogen die Verkäufe gar um 4 Prozent an.
Mit der höheren Auslastung stieg auch die Profitabilität. Die operative Marge (EBITA) erhöhte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 19,0 Prozent. Der Reingewinn rückte dabei um 21,0 Prozent auf 1096 Millionen US-Dollar vor.
Der operative Hebeleffekt der höheren Volumen und ein positiver Preiseffekt hätten die leicht gestiegenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die Vertriebs-, allgemeinen und Verwaltungskosten (SG&A) mehr als ausgeglichen, heisst es zur Begründung für die rekordhohe Marge.
Das zweite Quartal sei ein weiterer Beleg dafür, dass die operativen Änderungen aufgrund der Einführung des «ABB Way» im Jahr 2020 ABB dauerhaft zu einem gut funktionierenden Unternehmen machten, lässt sich in der Mitteilung der Ende Monat abtretende CEO Björn Rosengren zitieren. «Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.»
Positives Book-to-bill-Verhältnis
Trotz des hohen Umsatzniveaus sei ein positives Book-to-Bill-Verhältnis von 1,02 erzielt worden. Rosengren zeigt sich «zuversichtlich, dass wir im Gesamtjahr 2024 ein positives Book-to-Bill-Verhältnis erzielen werden.»
Der Auftragseingang, also die Basis des künftiges Umsatzes, blieb auf vergleichbarer Basis stabil bei 8,44 Milliarden, nahm indes in US-Dollar um 3 Prozent ab. Gestützt hätten hier deutliche Verbesserungen in den Geschäftsbereichen Elektrifizierung und Prozessautomation.
Auf der anderen Seite sei die Entwicklung insbesondere in der Division Machine Automation im Geschäftsbereich Fertigungsautomation und im E-Mobility-Geschäft schwach gewesen. Auch der Auftragseingang im Geschäftsbereich Antriebstechnik war im Vergleich zum starken Vorjahr rückläufig.
Kurzzyklisches Geschäft zieht nach langem wieder an
Im kurzzyklischen Geschäft haben die Aufträge nach mehreren Quartalen des Rückgangs erstmals wieder zugelegt. Zudem zeigt sich im Projekt- und Systemgeschäft eine laut ABB «intakte und robuste Projektpipeline».
Mit Blick auf den Bereich Robotik seien die Aufträge aus der Automobilindustrie zurückgegangen, hätten jedoch in der allgemeinen Industrie und den konsumnahen Segmenten zugelegt.
Die Prognosen für das Gesamtjahr 2024 bestätigt ABB. Weiterhin wird demnach eine operative EBITA-Marge von rund 18 Prozent erwartet sowie ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von rund 5 Prozent.
Für das dritte Quartal 2024 verspricht sich ABB ein höheres Wachstum des vergleichbaren Umsatzes als im zweiten Quartal sowie eine operative EBITA-Marge von rund 18,5 Prozent oder leicht darunter.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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