ASTRA verhängt vorläufig Zulassungsstopp für gewisse Audi-Diesel

sda

8.8.2018

Zuletzt hatte das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf von 60.000 Diesel-Audis angeordnet. 
Bild: Armin Weigel/dpa

Neues Kapitel in der Affäre um Abgas-Manipulationen beim Autokonzern VW: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist im Falle von mutmasslichen Abgas-Tricksereien bei der VW-Tochter Audi aktiv geworden und hat gegen bestimmte Fahrzeuge mit Dieselmotoren einen vorläufigen Zulassungsstopp verhängt. 

Die am Mittwoch vom ASTRA erlassene Weisung soll verhindern, dass Audi der Typen A6 und A7 der Generation C7 mit Dreiliter-Dieselmotor der Abgasstufe Euro 6 neu in der Schweiz zugelassen werden dürfen.

Diese Fahrzeuge sind betroffen:

Der Stopp betrifft nur Fahrzeuge, die ab dem 10. August 2018 importiert und in der Schweiz immatrikuliert werden. Diese seien erwiesenermassen mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung ausgestattet, begründete das Bundesamt den Entscheid. Sie könnten erst dann wieder als Neufahrzeuge zugelassen werden, wenn sie nachweislich die Vorschriften in der Schweiz erfüllen beziehungsweise nachgerüstet werden.

Die Weisung richtet das ASTRA an die Strassenverkehrsämter in den Kantonen und sie wurde auch den Autoimporteuren zugestellt. Vom Zulassungsstopp nicht betroffen sind Audi A6 und A7 des Modelljahres 2018/2019, also der Generation 8.

Nicht betroffen vom Zulassungsstopp sind bereits in der Schweiz zugelassene Fahrzeuge. Diese dürfen laut der Mitteilung weiter verkehren oder als Occasionen gehandelt werden. Über die Zulassungsdaten des ASTRA sowie der Strassenverkehrsämter könnten deren Halter für Rückrufaktionen zur notwendigen Nachrüstung eruiert werden.

Die VW-Importeurin Amag hatte bereits im Mai die Auslieferung der Audi Modelle A6/A7 sowie des Vorgängermodells C7 gestoppt, nachdem Audi mit dem Verdacht auf Abgas-Tricksereien in die Kritik geraten war. Der Verdachtsfall betrifft den seit 2014 in rund 60'000 Fahrzeuge vom Typ A6 und A7 eingebauten Sechszylinder-Diesel mit 271 PS.

Der VW-Abgasskandal belastet den deutschen Automobilkonzern seit dem Herbst 2015. Die US-Umweltbehörde EPA hatte damals VW beschuldigt, bei rund 11 Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben, um Abgastests zu verfälschen.

Bilder aus der Schweiz
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