Verwaltungsrat Kehrt Ermotti an die Spitze der UBS zurück?

dor

21.2.2020

Noch-UBS-CEO Sergio Ermotti bei der Präsentation der Geschäftszahlen am 21. Januar 2020. 
Noch-UBS-CEO Sergio Ermotti bei der Präsentation der Geschäftszahlen am 21. Januar 2020. 
Bild: Keystone/Christian Beutler

Sergio Ermotti gibt den CEO-Posten bei der grössten Schweizer Bank Ende Oktober an den aktuellen Chef der niederländischen ING Group ab. Es könnte ein Abschied auf Zeit sein: Ermotti soll das Amt des UBS-Verwaltungsratspräsidenten anstreben.

Am Donnerstag kündigte die UBS den Rücktritt ihres langjährigen Chefs Sergio Ermotti an – Anfang November wird er von Ralph Hamers, dem aktuellen CEO der niederländischen Grossbank ING Group, beerbt. Ermottis Abgang dürfte allerdings ein Abschied auf Zeit sein. 2022 könnte der 59-jährige Tessiner das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der grössten Schweizer Bank anstreben.

Die Amtszeit von UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber endet im Frühjahr 2022, und Ermotti werden schon länger Ambitionen auf den Spitzenposten nachgesagt. Nachfragen dazu liess Ermotti am Donnerstag bei der Pressekonferenz anlässlich der Chefwechsel-Ankündigung unbeantwortet. Sein weiterer Verbleib bei der UBS über die Amtsübergabe an Hamers hinaus sei noch nicht abgesprochen, so Ermotti. Aber Bankeninsider rechnen damit, dass er sich als Nachfolger von Weber zur Verfügung stellen will.

Weber jedenfalls scheint nicht abgeneigt. «Ich bin der Meinung, dass ein CEO grundsätzlich ein Kandidat für die Nachfolge des VR-Präsidenten sein kann», wird er vom «Tages-Anzeiger» zitiert. Weber hat immer wieder durchblicken lassen, dass Ermotti einer seiner möglichen Nachfolger ist. Die Suche nach seinem Nachfolger beginnt laut Weber kommendes Jahr.

Die UBS stellt am 20. Februar 2020 Ermottis Nachfolger, den aktuellen ING-Group-Chef Ralph Hamers, auf einer Pressekonferenz vor.
Die UBS stellt am 20. Februar 2020 Ermottis Nachfolger, den aktuellen ING-Group-Chef Ralph Hamers, auf einer Pressekonferenz vor.
Bild: Keystone/Walter Bieri

Zweijährige «Abkühlphase»

Bis die Übergabe an der VR-Spitze 2022 geregelt sein muss, werden seit Ermottis Rücktritt vom CEO-Amt zwei Jahre vergangen sein – eine Zeitspanne, die Weber dem Vernehmen nach wichtig ist. Der direkte Wechsel eines abtretenden CEO an die Spitze des Verwaltungsrats gilt unter Corporate-Governance-Experten als heikel, ist aber nicht selten.


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