Die Schweiz will Wohneigentum, kann sich ihn aber nicht leisten

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30.6.2021 - 10:43

Eine Ueberbauung in Benglen am Freitag, 7. September 2007. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)
Eine Überbauung in Benglen: Der Traum vom Wohneigentum bleibt viel zu oft ein Traum.
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Bei der Wohnsituation von Schweizer*innen tut sich eine Kluf zwischen Wunsch und Wirklichkeit auf: Eine grosse Mehrheit träumt vom eigenen Haus – leisten können es sich aber nur die wenigsten.

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30.6.2021 - 10:43

Eine Umfrage von Financescout24 zeigt, dass sich 90 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer im Alter zwischen 18 und 79 Jahren ein Eigenheim wünschen.

Auffallend dabei sei, dass sich vor allem auch jüngere Generationen, besonders die 20 bis 29-Jährigen, Wohneigentum wünschten, heisst es in einer Mitteilung der Scout24 Gruppe vom Mittwoch. In der Realität sieht allerdings alles etwas anders aus.

Die meisten Menschen hierzulande wohnen nämlich zur Miete. «Die Tragbarkeits-Rechnung mit einem Zinssatz von 5 Prozent übersteigt oft die Möglichkeiten», erklärt Jan Hinrichs, Geschäftsführer von FinanceScout24. Auch die Hürde von 20 Prozent Eigenkapital sei für viele unüberwindbar, so Hinrichs weiter. Dazu kämen die steigenden Immobilienpreise.

Auch wenn für viele eine eigene Wohnung oder ein Haus nicht drin liegt, wollen die Schweizerinnen und Schweizer ihre Wohnsituation verbessern. Seit Beginn der Pandemie sehen sich mehr Leute nach einer neuen Wohnungen um.

Mindestens 91 Quadratmeter

Die Suchanfragen hätten sich seit Mai 2019 verdoppelt, schreibt die Scout24 Gruppe. Auch die Seitenbesuche auf der Immobilienplattform Immoscout24 hätten deutlich zugelegt: Im November 2020 lag der Wert mit über 7,4 Millionen Besuchern um 30 Prozent höher als im Jahr davor.

Wer sich doch ein Eigenheim leisten kann, sucht vor allem nach viel Platz: Laut der Mitteilung müssen Wohnungen mindestens 91 Quadratmeter haben, damit sie die meisten potenziellen Käufer anziehen. Ein solcher Trend zu grossen Wohnungen und Häusern zeige sich beim Immobilienkauf allerdings schon seit 2017, heisst es.

Mieter bevorzugen hingegen mittelgrosse Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 51 und 90 Quadratmetern. Wichtiger als die Grösse sei allerdings immer noch die Lage, so die Scout24 Gruppe weiter. Dabei spiele vor allem die Distanz zum Arbeitsplatz eine wichtige Rolle.

Seit Beginn der Coronapandemie habe sich zudem die Nachfrage nach einem Balkon mit zusätzlichen 1,4 Millionen Suchanfragen deutlich erhöht. Zudem zeige sich ein fortschreitender Trend hin zu nachhaltigen Wohnungen mit Minergiestandard.