Jahreszahlen UBS steigert Gewinn um 54 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar

sda

26.1.2021 - 06:57

Bei der UBS haben im vergangenen Jahr die Kassen geklingelt. (Archivbild)
Bei der UBS haben im vergangenen Jahr die Kassen geklingelt. (Archivbild)
KEYSTONE

Der neue UBS-Chef Ralph Hamers kann zufrieden sein: Die Bank kann auch im Pandemie-Jahr 2020 ein Gewinnplus von 54 Prozent auf 6,63 Milliarden US-Dollar ausweisen. 

Die UBS hat im vierten Quartal von der guten Stimmung an den Aktienmärkten profitiert und deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Und auch die Erwartungen des Marktes wurden klar übertroffen.

Die Dividende für 2020 fällt zwar deutlich geringer aus, dafür werden die Aktienrückkäufe wieder aufgenommen. Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Oktober bis Dezember 1,71 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als das Doppelte des Vorjahresquartals von 722 Millionen Dollar.

Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,06 Milliarden nach 0,93 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit weit übertroffen.

Für das Gesamtjahr 2020 kann die UBS ein Gewinnplus von 54 Prozent auf 6,63 Milliarden US-Dollar ausweisen (2019: 4,30 Mrd). Trotz des deutlichen Gewinnanstiegs fällt die Dividende mit 0,37 Cent deutlich geringer aus als im Vorjahr (0,73 Dollar).

Grosses Aktienrückkaufprogramm lanciert

Dies kommt allerdings nicht überraschend. Das Management hatte vor einiger Zeit bereits angekündigt, dass die direkten Ausschüttungen an die Aktionäre zugunsten von indirekten Ausschüttungen via Aktienrückkäufe zurückgefahren werden. Entsprechend lanciert die Bank auch wieder ein grossen Aktienrückkaufprogramm. So sollen in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Milliarden US-Dollar zurückgekauft werden.

Im laufenden ersten Quartal 2021 sollen eigene Titel im Wert von insgesamt bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar erworben werden. Bekanntlich musste die UBS im letzten Jahr wegen der Corona-Pandemie und ihren Verwerfungen auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma ihre geplanten Aktienrückkäufe für 2020 stoppen.

Der neue CEO Ralph Hamers zeigt sich sehr zufrieden: «Unser starkes Ergebnis im Jahr 2020 ist ein deutlicher Beleg für die grundlegende Stärke unserer Marktstellung und das Engagement unserer Mitarbeitenden», wird er in der Mitteilung zitiert.

Hamers, der zuletzt wegen einer Geldwäscherei-Affäre bei seinem früheren Arbeitgeber ING Bank unter Druck gekommen ist, führt die Geschicke der UBS seit Anfang November. Der neue CEO macht aber auch klar, dass er sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen will: «Der Wandel ist die einzige Konstante. Deshalb müsse die UBS agil bleiben und sich noch fitter machen für die Zukunft», so Hamers weiter.

Investment Bank steigert Gewinn markant

Alle Bereich der Bank konnten ihr Ergebnis im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Besonders stark fiel die Gewinnzunahme bei der Investment Bank aus. Diese verdiente vor Steuern 529 Millionen nach einem Verlust von 22 Millionen im Vorjahr.

Der grösste Teil des Vorsteuergewinns stammt indes mit 936 Millionen Dollar aus dem Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung (GWM). Die UBS als weltgrösste Vermögensverwaltungsbank zog im Berichtsquartal Neugelder in Höhe von 21,1 Milliarden an und verwaltete damit Ende Jahr 3'016 Milliarden an Kundengeldern.

Für die Geschäftsentwicklung im laufenden ersten Quartal 2021 gibt sich das UBS-Management vorsichtig optimistisch. Die Bank geht davon aus, dass saisonale Faktoren wie eine im Vergleich zum vierten Quartal verstärkte Kundenaktivität die Ertragslage im Startquartal positiv beeinflussen werden.

Insgesamt hätten die jüngsten Entwicklungen indes wieder Zweifel an Verlauf und Tempo der Erholung aufkommen lassen.

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