Verheerende Coronafolgen: Klaus Schwab fordert Neustart der Welt

dpa/tafi

14.7.2020 - 15:56

«Die Folgen der Pandemie sind vergleichbar mit denen eines Weltkriegs» sagt WEF-Gründer Klaus Schwab und hofft auf eine bessere Welt nach der Coronakrise.
KEYSTONE/Valentin Flauraud

Klaus Schwab sieht die Welt am Scheideweg. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie glichen denen eines Weltkriegs, findet der WEF-Gründer – und hofft trotzdem auf eine bessere Welt nach der Krise.

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, sieht bei allen verheerenden Folgen der Coronavirus-Pandemie eine grosse Chance für die Welt. «Wir sind an einer Weggabelung», schreibt Schwab mit seinem Koautor Thierry Malleret in seinem neuen Buch «The Great Reset» (deutsch: Der grosse Neustart).

«Einer der Wege führt uns in eine bessere Welt: integrativer, gleicher und respektvoller gegenüber der Natur. Der andere Weg wird uns in eine Welt führen, die derjenigen ähnelt, die hinter uns liegt – nur schlechter und ständig von überschattet von unangenehmen Überraschungen. Wir müssen sicherstellen, dass wir den richtigen Weg nehmen.»

Umwelt als Gewinnerin der Krise?

Das Buch skizziert die Folgen der Coronavirus-Pandemie für Wirtschaft und Gesellschaft, für Branchen und Unternehmen und die Menschen, und bietet Gedankenanstösse für den Aufbau einer besseren Zukunft. «Die Folgen der Pandemie sind vergleichbar mit denen eines Weltkriegs», sagte Schwab, dessen Forum jedes Jahr unter anderem das Elitetreffen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Davos ausrichtet.

Die Umwelt könne die Gewinnerin der Krise sein, meinte Malleret am Dienstag bei der Vorstellung des Buches. Die Menschen achteten schon jetzt mehr als natürliche Ressourcen, und ein wichtiger Teil der weltweit zehn Billionen Dollar Unterstützungsmassnahmen für die Wirtschaft seien daran gebunden, grüne Technologien zu fördern.

Die wichtige Rolle von Regierungen, um Gesellschaftsrahmen zu setzen, sei deutlich geworden, sagte Schwab. Er rief sie auf, noch stärker als vorher mit Unternehmern und Zivilgesellschaft an einem Strang zu ziehen. «Es müssen alle mitgenommen werden, sonst sehen wir uns sozialen Unruhen oder Revolten auf der Strasse ausgesetzt.»

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