Wohneigentum-Preise kennen weiterhin nur eine Richtung

SDA/tjb

25.2.2021 - 09:17

Die Preise für Wohneigentum sind im vergangenen Jahr auf neue Höchststände geklettert, wie eine Studie von Raiffeisen Schweiz zeigt. Der Preisanstieg dürfte noch weitergehen.(Archivbild)
Keystone

Corona sorgte 2020 für ein Krisenjahr, in vielen Bereichen gab es grosse Einbussen. Ein Wirtschaftsbereich scheint dem zu widerstehen: Die Preise für Wohneigentum sind ein weiteres Mal gestiegen – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum haben trotz Corona-Krise Ende 2020 neue Höchststände erreicht. Und der Preisanstieg dürfte dieses Jahr weitergehen.

Konkret wurden Einfamilienhäuser im letzten Jahr um 2,9 Prozent und Eigentumswohnungen um 3,1 Prozent teurer, wie die Studie «Immobilien Schweiz Q1/21» von Raiffeisen Schweiz aufzeigt. Die Preise entwickeln sich aber in den verschiedenen Regionen des Landes sehr unterschiedlich.

In der Innerschweiz und in der Romandie etwa mussten Käufer fast 7 Prozent mehr für Einfamilienhäuser aufbringen, während die Preise in der Region Genfersee mit plus 0,4 Prozent nur sehr leicht gestiegen und in der Ostschweiz sogar etwas gesunken sind (-0,8%).

Bei den Preisen für Stockwerkeigentum liegen die Grossregionen Zürich und Ostschweiz mit einem Plus von 4,7 Prozent bzw. 4,0 Prozent vorne. Die tiefsten Preisanstiege erlebten die Eigentumswohnungen in der Süd- und Westschweiz mit 0,9 und 1,3 Prozent.

Tiefstzinsen

Die Preisanstiege dürften sich laut Studie auch dieses Jahr fortsetzen. Dank weiterhin tiefer Zinsen bleibe Wohneigentum gegenüber dem Wohnen zur Miete äusserst attraktiv, heisst es. Die Gesamtwohnkosten für ein durchschnittliches Objekt mit 3 bis 4,5 Zimmern waren demnach im letzten Jahr fast ein Drittel tiefer, wenn es als Eigentum gehalten wird.

«Für Haushalte, welche die Tragbarkeitsrichtlinien und Eigenkapitalvorgaben erfüllen, ist und bleibt der Erwerb von Wohneigentum aus reiner Kostenperspektive ein ökonomisch sinnvoller Entscheid», wird Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff in der Studie zitiert.

Während der Kostenvorteil die Nachfrage antreibt, bleibt das Angebot dünn: So würden trotz der hohen Preise aktuell rund 40 Prozent weniger Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser gebaut als vor zehn Jahren. Dank Förderung durch die öffentliche Hand und und historisch tiefen Finanzierungskosten sei auch nicht damit zu rechnen, dass bald eine grössere Zahl von Besitzern in Zahlungsnot gerät und darum ihr Wohneigentum abstossen müssen.

Bürobauer planen unbeirrt

Dem Büroflächenmarkt drohten derweil grosse Veränderungen, denn Homeoffice habe sich etabliert, heisst es in der Studie weiter. Trotzdem scheint die Corona-Krise bisher keinen Einfluss auf die Nachfrage nach Büros zu haben: Mit rund 10,5 Prozent bewege sich der Anteil der leerstehenden Flächen im Bereich der letzten Jahre.

Zudem seien die Mietpreise für Büroflächen trotz Krise nicht gesunken. «Im Immobilienmarkt drehen die Mühlen bekanntlich etwas langsamer als andernorts. Der Test steht diesem Markt erst noch bevor, denn er ist von langfristigen Mietverträgen geprägt und Umstellungen hin zu flexiblen Arbeitsmodellen erfolgen nicht über Nacht», erklärte Martin Neff in der Studie.

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