Tank leer – wehmütiger Abschied vom Weltraumteleskop «Kepler»

1.11.2018 - 00:00, dpa

Nach über neun Jahren im Dienst ist das Weltraumteleskop «Kepler» in den Ruhestand entlassen worden.
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Das Teleskop wurde als «Exoplanetenjäger», der Planeten ausserhalb des Sonnensystems aufspürt, auf die Reise geschickt.
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Graphische Darstellung von Kepler-186f, dem ersten Exoplanten von erdähnlicher Grösse in der habitablen Zone, den das Teleskop 2014 entdeckte.
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«Kepler» fand Hinweise auf Tausende von fernen Planeten.
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«Als wir angefangen haben, uns diese Mission auszudenken vor 35 Jahren, wussten wir von keinem Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems», sagte der frühere Nasa-Forscher William Borucki.
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Einige von «Keplers» Leistungsdaten: Das Teleskop hat demnach über eine halbe Million Sterne gesichtet.
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«Kepler» zählte nicht nur über zweitausend Planeten, sondern eröffnete das komplett neue Forschungsfeld der Exoplanetologie.
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Zuletzt konnten Forscher noch eine grosse Menge Daten von «Kepler» herunterladen, insgesamt 678 Gigabyte.
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Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) benannte Planetenjäger war 2009 in die Erdumlaufbahn geschossen worden.
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Schaulustige beobachteten den Start vom Cocoa Beach in Florida aus.
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Keplers Nachfolger, der «Transiting Exoplanet Survey Satellite» (TESS) startete im April 2018 zur weiteren Planetensuche im All.
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«Kepler» ist neun Jahre durchs All geflogen und hat unter anderem Hinweise auf Tausende Exoplaneten geliefert. Jetzt ist dem Weltraumteleskop planmässig der Treibstoff ausgegangen – doch der Nachfolger ist schon auf dem Weg.

Nach rund neun Jahren im All ist dem Weltraumteleskop «Kepler» wie erwartet der Treibstoff ausgegangen. Das Teleskop sei deswegen in den Ruhestand entlassen worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag (Ortszeit) bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. «Kepler» solle künftig in seiner sicheren Umlaufbahn um die Sonne bleiben. «Die Zeit ist gekommen», schrieb Nasa-Manager Thomas Zurbuchen beim Kurznachrichtendienst Twitter. «Danke, dass du unseren Blick auf das Universum verändert hast.»

Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) benannte Planetenjäger war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um nach Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat «Kepler» Hinweise auf Tausende von fernen Planeten gefunden.

«Kepler» eröffnete Exoplanetologie

«Als wir angefangen haben, uns diese Mission auszudenken vor 35 Jahren, wussten wir von keinem Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems», sagte der frühere Nasa-Forscher William Borucki. «Jetzt wissen wir, dass Planeten überall sind.» Bei der Mission traten allerdings auch immer wieder technische Schwierigkeiten auf, seit 2013 operiert «Kepler» nur noch in begrenztem Modus.

«Als Nasas erste Planetenjäger-Mission hat 'Kepler' unsere Erwartungen bei weitem übertroffen und den Weg für unsere Entdeckungen und die Suche nach Leben in unserem Sonnensystem und darüber hinaus frei gemacht», sagte Nasa-Manager Zurbuchen. «'Kepler' hat uns nicht nur gezeigt, wie viele Planeten dort draussen sein könnten, sondern gleich ein komplett neues Forschungsfeld aufgetan, dass die Wissenschaftsgemeinde im Sturm erobert hat.» Zuletzt hatten die Forscher noch eine grosse Menge Daten von «Kepler» herunterladen können.

«Tess» deckt mehr ab als «Kepler»

Ein Nachfolger für «Kepler» hat sich bereits auf den Weg gemacht: Im April startete das Weltraumteleskop «Transiting Exoplanet Survey Satellite» (TESS) vom US-Bundesstaat Florida aus zur Planetensuche im All. Die rund 200 Millionen Dollar teure Mission ist zunächst auf etwa zwei Jahre angelegt. «Tess» ist ungefähr so gross wie ein Kühlschrank und hat vier Kameras.

Wie «Kepler» beobachtet das Teleskop das Licht bestimmter Sterne. Wenn es kurz nachlässt, könnte das bedeuten, dass ein Planet vorbeigezogen ist. «Tess» könnte sowohl kleine steinige Planeten als auch riesige Himmelskörper finden – und soll insgesamt ein deutlich grösseres Gebiet abdecken als «Kepler».

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