Ältestes intaktes Wrack der Welt entdeckt

jfk/AFP

23.10.2018 - 14:33

Mehr als 2400 Jahre lag es auf dem Grund des Schwarzen Meeres, jetzt haben Archäologen das bis anhin älteste weitgehend unversehrte Schiffswrack in der Geschichte der Menschheit gefunden.

Den Ausnahmefund machte ein ferngesteuertes U-Boot etwa 80 Kilometer vor der Küste Bulgariens, wie der «Guardian» berichtet. In einer Tiefe von über 2000 Metern, wo der Mangel an Sauerstoff hervorragende Konservierungsbedingungen bietet. Das Schiff sei etwa 23 Meter lang, und sowohl der Mast als auch die Ruderbänke seien noch erhalten.

Schiff bleibt unten

Die Forscher vom internationalen Black Sea Maritime Archaeology Project (MAP) gehen bei dem Wrack von einem Handelsschiff der alten Griechen aus, dessen Typus ein einziges Mal auf der berühmten «Sirenenvase» auftaucht. Das im British Museum ausgestellte Behältnis, getöpfert zwischen 480 und 470 v. Chr., zeigt den an den Mast gefesselten Odysseus bei seiner Begegnung mit den Sirenen.

Der Schiffstyp des gefundenen Wracks ist auf der «Sirenenvase» abgebildet. (Archiv)
Bild: The Trustees of the British Museum

«Dies wird unser Verständnis von Schiffbau und Seefahrt in der Antike beeinflussen», wie der «Guardian» Professor Jon Adams vom MAP zitiert. Die Forschergruppe möchte das Wrack auf dem Meeresgrund belassen, hat aber eine Probe ans Tageslicht befördert und mit der Radiokarbonmethode das Alter des Schiffes auf 2400 Jahre bestimmt. Demnach ist es das älteste intakte Schiffsrwack, das jemals entdeckt wurde.

Mehr als 60 Wracks

Für ihr Projekt kartierten die Wissenschaftler laut der Nachrichtenagentur AFP drei Jahre lang 2000 Quadratkilometer Schwarzmeerboden vor der Küste Bulgariens mit Hilfe eines Sonars und eines ferngesteuerten Tiefseekamera-Systems, wie es für die Suche nach Öl- und Gasvorkommen eingesetzt wird.

Bei der Mission hat das Team mehr als 60 Wracks aufgespürt, wie die Daily Mail berichtet. Zu den Funden gehören eine Kosakenflotte aus dem 17. Jahrhundert und römische Handelsschiffe mit gut erhaltenen Amphoren. Die Ergebnisse des jüngsten Sensationsfunds sollen noch in dieser Woche auf einer Konferenz in London vorgestellt werden.

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