Hier trifft die chinesische Raumstation «Tiangong 1» auf die Erde

dpa / tsch

28.3.2018

Teile des ersten chinesischen Raumlabors «Tiangong 1» stürzen voraussichtlich frühestens am Karsamstag und spätestens am Ostermontag auf die Erde. Das berichtete die Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt.

China hatte «Tiangong 1» 2011 ins All geschossen, wo das Raumlabor über die Jahre sechs Kopplungsmanöver mit chinesischen Raumschiffen absolvierte. Seit 2016 besteht kein Kontakt mehr.

Der Wiedereintritt nun sei nicht mit einem Meteoriteneinschlag vergleichbar, betonte Holger Krag von der Esa. Laut der Esa könne das chinesische Raumlabor in Sachen Grösse und Masse mit anderen Raumstationen und Weltraumfrachtern wie der ATV der Esa oder der japanischen HTV verglichen werden.

Video des Wiedereintritts und Zerfalls des ESA-Weltraumfrachters ATV 1 im September 2008:

Trümmer aus 30 Kilometern Höhe

Basierend auf den bei den kontrollierten Wiedereintritten dieser Raumfahrzeuge gesammelten Daten kann vermutet werden, dass «Tiangong 1» während des Wiedereintritts in die Atmosphäre zerfällt. Einige Teile werden allerdings nicht verbrennen und auf die Erdoberfläche stürzen.

Die Trümmer fielen ab 30 Kilometern Höhe mit der normalen Fallgeschwindigkeit. Daher werde es auch keine Krater geben. Das Gebiet, über dem die Teile des 8,5 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Raumlabors eintreten können, ist riesig. Krag spricht von einem erdumspannenden Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Auf dem 43. Grad nördlicher Breite liegt etwa Marseille. Die Schweiz, Deutschland und Österreich liegen nördlicher als das Gebiet.

70 bis 80 Tonnen Raumfahrtschrott im Jahr

Etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen von «Tiangong 1» würden voraussichtlich den Eintritt in die Atmosphäre überstehen, sagte Krag. Allzu ungewöhnlich ist das nicht: «70 bis 80 Tonnen Raumfahrtschrott kommen durchschnittlich in einem ganzen Jahr unkontrolliert runter.»

Seit 2016 umkreist der Nachfolger des Labors «Tiangong 1» die Erde: «Tiangong 2» dient ebenfalls der Vorbereitung für Bau und Betrieb einer eigenen chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig werden soll.

Bilder des Tages
Zurück zur Startseite