Corona-Patienten im Matratzen-Sandwich sollen Spitäler entlasten

SDA/uri

30.11.2020 - 11:14

Nurses turn a patient on his bed inside a COVID-19 ICU at Santa Maria hospital in Lisbon, Friday, Oct. 30, 2020. Portugal is reporting a record number of new COVID-19 cases, deaths and hospital admissions. (AP Photo/Armando Franca)
Medizinisches Personal in einem Spital in Portugal wendet einen Covid-19-Patienten. Mittels eines neuen Systems sollen zwei Personen bei dem Vorgang eingespart werden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Mit einem neuen System aus der ETH Zürich sollen Corona-Patienten künftig effektiv von der Rücken- in die Bauchlage gedreht werden – und so den Einsatz dringend benötigter Pflegekräfte minimieren. 

Ein ETH-Doktorand hat gemeinsam mit einem Team ein technisch simples, aber effektives und kostengünstiges System entwickelt, mit dem sich Patienten auf Intensivbetten von der Rücken- in die Bauchlage drehen lassen. Das könnte das Pflegepersonal während der Pandemie entlasten, hoffen die Forschenden.

Um Covid-19-Patienten auf Intensivstation zu behandeln, sollten sie regelmässig in Bauchlage gebracht werden. Das kann helfen, mehr Sauerstoff ins Blut zu bringen. Aber was einfach klingt, gleicht einem Kraftakt: Derzeit werden dafür fünf Fachkräfte benötigt, wie die ETH Zürich mitteilte.

Der Doktorand Julian Ferchow entwickelte nun eine Methode, die das Pflegepersonal künftig entlasten soll: Das auf den Namen «Wende-Tacos» genannte System benötige nur noch die Hilfe von zwei Pflegern sowie einem Arzt, der den Vorgang überwacht.

Serienmässige Herstellung

Hinter dem Namen verbirgt sich tatsächlich ein Taco-ähnliches System: Während der Patient auf einer Matratze liegt, wickeln zwei Pflegefachleute eine zweite um ihn herum. Danach ziehen sie den Patienten an Laschen zu sich heran und wenden ihn, sodass dieser bäuchlings auf der anderen Matratze zu liegen kommt.

Während des Vorgangs würde der Patient stabilisiert. Die aus Schaumstoff gefertigten Matratzen hätten eine einheitliche Grösse und passe für alle Patienten, erklärte Ferchow.

Am Universitätsspital Zürich liefen bereits erste Tests mit einem Prototyp. Das Basler Unternehmen OBA AG möchte das System nun in grösserem Massstab herstellen.

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