Elektroautos sind sauber – aber Produktion belastet Umwelt stark

Rene Sollberger

19.12.2018

Bundesraetin und Energieministerin Doris Leuthard mit ihrem neuen Dienstwagen, einem Sportwagen mit Elektroantrieb, dem Tesla S 85. Ihr Departement, das Uvek, publizierte das Bild am 3. Januar 2015 auf Twitter. 
Keystone

Ein batteriebetriebenes Fahrzeug macht keinen Lärm und stinkt nicht. Aber die Herstellung der riesigen Batterien belastet die Umwelt so sehr, dass E-Autos unter dem Strich weniger grün sind als Hybrid- oder Erdgas-Autos.

Der jüngste Umweltbericht des Bundes sorgt für rote Köpfe. Er relativiert die Ökobilanz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Wenn man nicht nur den CO2-freien Betrieb von E-Autos betrachtet, sondern die gesamte Umweltbelastung , fahren mit Erdgas betriebene Autos und solche mit Hybridantrieb – also wahlweise mit Strom oder Benzin betriebene – leicht besser als reine Elektroautos.

Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat die Untersuchung möglichst vielen unterschiedlichen Umweltbelastungen Rechnung getragen: vom Lärm über den Landverbrauch und die Luftverschmutzung bis hin zu den Treibhausgasen. Elektroautos haben den Nachteil der grossen und schweren Batterien. So generiert allein die Produktion der Akkus für einen Tesla Modell S – der Dienstwagen von Energieministerin Doris Leuthard – einen CO2-Austoss von rund 17 Tonnen. Bis ein gewöhnliches Auto die gleiche Menge an CO2 ausstösst, kann es ein paar Jahre herumfahren.

Der Bericht ist umstritten. Für Konsumenten, die vor dem Autokauf stehen, seien solche Berichte nachteilig, sagt etwa FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Er weist darauf hin, dass es zu dem Thema verschiedene Studien mit sehr unterschiedlichen Schlussfolgerungen gebe. Jürg Grossen, Chef der Grünliberalen Partei und Präsident des Verbands Swiss ­E-Mobility bleibt trotz einigen Fragezeichen dabei: «Die Elektromobilität ist die richtige Lösung für jetzt und die Zukunft.»

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