Forscher entdecken Cousin von «hässlichstem Fisch der Welt»

uri, sda

21.2.2018

In Hobart auf der australischen Insel Tasmanien sind Experten zusammengekommen, um 42'000 Tiefseekreaturen zu untersuchen und zu klassifizieren – darunter auch ein neues Exemplar, das mit «Mr. Blobby, dem hässlichsten Fisch der Welt» eng verwandt sein dürfte.

Gesammelt hatten die Wissenschaftler die ominösen Lebewesen im letzten Jahr in Tiefen von bis zu 4800 Metern in einem Gebiet östlich von Australien zwischen Tasmanien und Brisbane im Bundesstaat Queensland. Dr. Martin Gomon von den Museen des Bundesstaats Victoria sagte, es handle sich um die erste systematische Untersuchung der Tiefseewelt vor Australiens Küste: «Schon an Bord waren wir begeistert, als wir die faszinierenden Tiere sahen, die wir in den Netzen hatten. Jetzt freuen wir uns auf die Gelegenheit, sie diese Woche in Hobart näher unter die Lupe zu nehmen.»

Für Begeisterung hatten die Wissenschaftler schon im Mai 2017 mit der Meldung gesorgt, dass sie erstmals seit mehr als 140 Jahren einen sogenannten «Fisch ohne Gesicht» gefangen hatten. Sie hatten das Exemplar in der Nähe der Jarvis-Bucht in etwa 4000 Metern Tiefe entdeckt. Die Forscher erklärten, sie hätten «unglaubliche Dinge gesehen».

Die gesammelten Daten gelten als ungeheuer wichtig für die Erforschung des Tiefsee-Lebensraumes vor Australien, seiner Artenvielfalt und der ökologischen Abläufe dort. «Das wird zum Schutz und dem ökologischen Management der Tiefsee beitragen und helfen, sie vor den Auswirkungen von Klimawandel, Verschmutzung und anderen menschlichen Aktivitäten zu schützen», hatte Expeditionsleiter Tim O'Hara zu Beginn der Mission erklärt.

Unter den seltsamen Meereskreaturen schlägt bereits ein Fisch Wellen, der dem Blobfisch auffällig ähnelt. Dieser war 2013 zum «hässlichsten Tier der Welt» gekürt worden. Der in den Tiefen des Pazifik lebende gallertartiger Fisch ähnelt einem kahlköpfigen, mürrischen alten Mann. An der Online-Abstimmung über unansehnliche Tierarten, die aber eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen, beteiligten sich damals über 3000 Menschen.

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