Gewaltiger Meteor explodiert in Erdatmosphäre – und keiner merkt es

19.3.2019 - 15:00, tghi / dpa

Der Meteor war in etwa so stark wie derjenige, der am 15. Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk niederging. 
Bild: Keystone

Die freigesetzte Energie von zehn Hiroshima-Atombomben – und niemand hat es mitbekommen: Ende letzten Jahres verglühte ein riesiger Meteorit in der Erdatmosphäre. Erst jetzt informierte die Nasa darüber.

Es war mehr als ein kosmischer Streifschuss: Im Dezember 2018 raste ein Meteorit aus den Tiefen des Alls auf die Erde zu – mit einer Geschwindigkeit von 32 Kilometern pro Sekunde, was unvorstellbaren 115'200 Kilometern pro Stunde entspricht. Den Boden hat er zum Glück nicht erreicht: Irgendwo über dünn besiedeltem Gebiet auf der russischen Halbinsel Kamtschatka in der Beringsee verglühte dieser Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von mehreren Metern in der Atmosphäre und setzte dabei mehr Energie frei als zehn Hiroshima-Atombomben.



Der Feuerball wurde zwar zeitnah von Satelliten des US-Militärs registriert. Doch erst jetzt drang die Information bei einer Nasa-Konferenz in Houston, Texas, an die Öffentlichkeit. Die Raumfahrtbehörde hat unter anderem die Aufgabe, bis 2020 90 Prozent aller Meteoriten und Asteroiden, die sich in Erdnähe befinden und 140 Meter Durchmesser oder mehr haben, ausfindig zu machen.

Laut BBC war die Explosion die zweitstärkste der letzten 30 Jahre – nur von jenem Ereignis übertroffen, als 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteorit explodierte. Etwa 1'500 Menschen wurden damals verletzt und rund 7'000 Gebäude beschädigt. Der gigantische Brocken aus dem All hatte einen Durchmesser von rund 20 Metern und ein Gewicht von 16'000 Tonnen. Das entspricht etwa 200 ICE-Zügen.

In 76 Jahren wird wahrscheinlich «2010 RF12» einschlagen

Wie hoch schätzen die Wissenschaftler die Bedrohung aus dem Weltall ein? Vor rund 66 Millionen Jahren hat der Einschlag eines Asteroiden die Dinosaurier ausgelöscht. Sein Durchmesser betrug etwa 15 Kilometer. Ein solch gigantisches Himmelsobjekt treffe nach wissenschaftlichen Berechnungen alle 10 Millionen bis 100 Millionen Jahre auf die Erde, sagt Koschny. Bei einem Durchmesser von nur zehn Metern sind es dagegen alle 10 bis 100 Jahre.

Der Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona: Er hat einen Durchmesser von 1'200 Metern und wurde von einem lediglich 50-Meter-Asteroiden verursacht, der vor 50'000 Jahren einschlug.
Bild: Getty Images

Die grösste Gefahr der bekannten Objekte aus Stein und Eisen gehe von «2010 RF12» aus – einem Gesteinsbrocken mit geschätzt zehn Metern Durchmesser. Er werde voraussichtlich im September 2095 – also in 76 Jahren – auf der Erde einschlagen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 16. Bei der Grösse sei allerdings nicht mit sehr grossen Schäden zu rechnen. Wichtig sei es, «Apophis» im Auge zu behalten, der schon in acht Jahren an der Erde vorbei fliegen werde – und zwar so nah, dass er mit blossem Auge zu erkennen sein sollte.

Die Nasa zählt «Bennu» zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden. Der schwarze Riesenbrocken mit einem Durchmesser von etwa 500 Metern könnte im Jahr 2135 der Erde mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 2'700 gefährlich nahe kommen, heisst es.

Asteroid Bennu: Die Apokalypse abwenden
Ein ziemlich schwerer Brocken, der auf die Erde zurast - und ihr im Jahr 2135 gefährlich werden dürfte: Der Asteroid Bennu im Grössenvergleich.
Interessante Grafik: Die hellblauen Linien kennzeichnen die Umlaufbahnen von Himmelskörpern, die dem Orbit der Erde (schwarz) so nahe kommen, dass sie potenziell gefährlich sind.
Studie der sogenannten «HAMMER»-Raumfähre: Sie würde laut aktuellem Konzept von einer der stärksten Trägerraketen ins All geschossen werden.
Die NASA erkundet derweil den Asteroiden Bennu mit der Mission Osiris Rex.
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September 2016 in Cape Carneveral.<br/>Bild: Keystone</p>" } ]
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