Im Land der bizarren «Spomeniks»

uri

3.10.2018

Eine riesige Muschel aus Beton oder ein fliegendes Auge in der Grösse eines Doppeldeckerbusses: Im ehemaligen Jugoslawien entstanden unter Staatschef Josip Tito an abgelegenen Orten absurde Monumente von gigantischer Grösse. Ein Fotograf hat die sogenannten «Spomeniks», die heute zumeist dem Verfall preisgegeben sind, im Bild dokumentiert.

Das abgestürzte Raumschiff von Ausserirdischen? Die Kultstätte eines altertümlichen Stammes? Wer auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens am Horizont gigantische graue Skulpturen und Gebäude erblickt, dem stellen sich zwangsläufig solche oder ähnliche Fragen.

Die sogenannten Spomeniks – der Begriff bedeutet auf deutsch so viel wie «Monument» –, wurden seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre hinein errichtet. Sie markieren zumeist Orte, an denen im Zweiten Weltkrieg schwere Schlachten tobten oder Partisanen im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben liessen.

Zu Zeiten Titos existierten noch Landkarten für Besucher, auf denen die meist einsam in der abgelegenen Landschaft errichteten Spomeniks verzeichnet waren. Seit dem Zerfall Jugoslawiens ab dem Jahr 1991 wollen sich allerdings immer weniger Menschen an Titos kommunistisches Regime erinnern. Die Monumente, einst von bekannten jugoslawischen Künstlern und Architekten geschaffen, werden immer seltener besucht. Viele verfallen inzwischen oder werden umgewidmet.

Der Franzose Jonathan «Jonk» Jimenez reiste während zwei Jahren insgesamt rund 10'000 Kilometer durch den Balkan, um die spannendsten Spomeniks im Bild einzufangen – hier eine Auswahl seiner Aufnahmen.

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