Menschen mit Höhenangst klettern dank App furchtloser auf Turm

sda

10.2.2021 - 11:15

Zwei Besucher blicken vom Aussichtsturm auf dem Uetliberg in Zürich hinunter. (Archivbild)
Keystone

Ein virtuelles Erlebnis auf dem Smartphone hilft Menschen mit Höhenangst besser mit gefürchteten Situation umzugehen. Das berichten Basler Forschende im Fachmagazin «npj Digital Medicine».

Auf hohe Klippen stehen, über schwindelerregende Brücken laufen oder aus dem Fenster eines Hochhauses gucken: Solche Situationen können in Menschen mit Höhenangst Panik auslösen.

Ein Team der Uni Basel um den Neurowissenschaftler Dominique de Quervain entwickelte nun eine App, die die Angst der Betroffenen lindern soll, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte. Dabei können sich Smartphone-Nutzer in einem virtuellen Erlebnis auf einer Plattform nach einer gewissen Eingewöhnungszeit immer höher wagen.

Experiment auf dem Uetliberg

Um die Wirksamkeit der Smartphone-Therapie zu prüfen, liessen die Forschenden über zwanzig Studienteilnehmer das Training in insgesamt vier Stunden in Eigenregie durchführen. Als Kontrollgruppe dienten 25 Probanden, die das Training nicht absolvierten.

Vor und nach dem Experiment bestiegen die Teilnehmenden den Aussichtsturm auf dem Uetliberg in Zürich. Resultat: Die Interventionsgruppe verspürte nach dem Training auf dem Turm weniger Angst und konnte höher klettern. Die Wirksamkeit erwies sich demnach als vergleichbar mit einer klassischen Expositionstherapie. In der Kontrollgruppe zeigte sich keine Veränderung.

Die Virtual-Reality-App mit dem Namen «Easyheights» arbeitet mit Rundum-Drohnenaufnahmen und soll gemäss der Uni Basel bald kostenlos in App-Stores verfügbar sein. Betroffene mit einer ausgeprägten Höhenangst sollten das Training jedoch nur in Begleitung einer Fachperson nutzen, so die Forschenden.

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