Neuer Boeing-Jet könnte Star auf britischer Luftfahrtmesse werden

12.7.2018 - 10:03, Steffen Weyer, dpa-AFX

Einstmals der Stolz der Air France und British Airways: Die Aérospatiale-BAC Concorde 101/102. Im Bild: Die Maschine der British Airways, die am 24. Oktober 2003 in New York zum letzten Linienflug einer Concorde startet.
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Kurz nachdem sich mit der Tupolew Tu-144 ein der Concorde sehr ähnliches Flugzeug als erstes Überschall-Passagierflugzeug in die Luft erhoben hatte, nahm die Concorde 1976 den regulären Flugbetrieb zwischen Paris/London und New York auf.
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Ihre Flugzeit betrug dabei die Hälfte der Zeit, die ein konventioneller Passagierjet brauchte. Kommerziell war die Concorde kein Erfolg, jedoch diente die «Königin der Lüfte» ihren Fluggesellschaften als Prestigeobjekt.
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Ihre letzten Flüge absolvierte die Concorde im Jahr 2003, nachdem zuvor, im Juli 2000, eine Maschine beim Start in Paris abgestürzt war ...
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... und alle ihre Insassen das Leben verloren hatten. Weitere geschichtsträchtige und legendäre Flugzeuge zeigen wir auf den folgenden Seiten dieser Galerie.
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Die Antonow An-225 «Mrija» ist das grösste tatsächlich im Einsatz befindliche Flugzeug der Welt. Von diesem Typ wurde bisher nur ein einziges Exemplar fertiggestellt, ein zweites wartet in Kiew noch immer - und vielleicht auch für immer auf seine Fertigstellung. Die An-225 kann mit bis zu 250 Tonnen Fracht beladen werden und hat dann eine Reichweite von 2'500 Kilometern. Der Bedarf nach dieser Art Transportleistung ist weltweit sehr gering, so dass die An-225 die meiste Zeit im Hangar steht.
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Ein Airbus A380 bei einem Demonstrationsflug 2013 auf der Paris Air Show: Im Jahr 2015 hat Airbus mit 635 Maschinen so viele Flieger ausgeliefert wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Doch ausgerechnet der prestigeträchtige Riesenvogel hebt derzeit nicht richtig ab. Wegen zu wenigen Bestellungen hatte Airbus-Chef Fabrice Brégier zuletzt angekündigt, die A380-Produktion von 27 Jets jährlich ab 2018 auf nur noch zwölf Maschinen zu senken.
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Das Grossraumflugzeug McDonnell Douglas MD-11 hat aufgrund seines ins Heckleitwerk integrierten Triebwerks eine unverkennbare Silhouette. Es wurde in nur geringer Stückzahl zwischen 1990 und 2000 produziert. Von den insgesamt 200 Exemplaren fliegen heute noch 167, allerdings fast ausschliesslich im Frachtdienst. Die Swissair gehörte zu den Erstbestellern dieses Typs, und mit einer MD-11 erlebte sie auch das schlimmste Unglück ihrer Geschichte, den Absturz von Flug 111 vor Halifax, Kanada, bei dem 229 Menschen ihr Leben verloren.
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Unter den Kurz- und Mittelstreckejets spielt die Boeing 737 eine herausragende Rolle. Die Serienproduktion dieses Flugzeugtyps begann 1967 und dauert bis heute an. Insgesamt verbuchte Boeing bis Oktober 2013 11'275 Bestellungen, gefertigt wurden bis dato 7789 Stück. Der grösste Konkurrent der 737-Familie ist der Airbus mit seiner Baureihe A320. Im Bild ist die hierzulande wohl bekannteste Boeing 737 zu sehen, die 1977 von Terroristen entführte «Landshut». Drei Tage nach der Aufnahme wurde die «Landshut» in Mogadischu, Somalia, von der deutschen Elitetruppe GSG-9 gestürmt und alle Geiseln unverletzt befreit.
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Die Convair 990 «Coronado» war zu ihrer Zeit das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt. Sie flog von 1961 bis 1987 in erster Linie für die American Airlines, aber auch für andere Gesellschaften, darunter die Swissair. Das Bild zeigt eine Convair 990A, die die Swissair 1962 beschaffte und die 2007 im Verkehrshaus Luzern einen Ehrenplatz erhielt.
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Die zweisitzige McDonnell Douglas F-4 «Phantom II» flog 36 Jahre, von 1960 bis 1996, für die US-Luftwaffe und das US Marine Corps. In einigen Ländern, darunter Südkorea, die Türkei und der Iran, ist sie bis heute im Dienst. Deutschland hat seine letzten «Phantom II» im Juni dieses Jahres ausgemustert. Das Flugzeug kann als Jäger wie auch als Bomber eingesetzt werden und spielte im Vietnamkrieg in beiden Kapazitäten eine herausragende Rolle. Abgelöst wurde die F-4 durch die F-14 (Tomcat), die F-15 (Eagle), die F-16 (Fighting Falcon) und die F/A-18 (Hornet).
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Die Beschaffung der Lockheed F-104 «Starfighter» erwies sich für die deutsche Luftwaffe als ein ziemliches Desaster. Nachdem es bereits um den Kauf des Flugzeugs zu einem Bestechungsskandal gekommen war, brachte eine Serie von Abstürzen in den 1960er-Jahren den «Starfighter» in Verruf. In Deutschland belegte man man das Flugzeug unter andererm mit den Schimpfnamen «Sargfighter» und «Wittwenmacher». Dennoch blieb die F-104 in mehreren Nato-Staaten noch lange im Dienst, bis 2004 Italien die letzten Maschinen dieses Typs ausmusterte.
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Der schwere Bomber Boeing B-52 «Stratofortress» wurde von der US-Luftwaffe bereits Ende der 1940-er Jahre als Träger für Nuklearwaffen entwickelt und 1955 in Dienst gestellt. Bis 1962 wurden 744 Exemplare dieses Flugzeugs hergestellt; ein Zehntel davon ist noch immer im Dienst und einige Maschinen könnten, so schätzen Experten, auch nach 2040 noch für die Air Force fliegen. Eine Atomwaffe hat eine B-52 noch nie abgeworfen, doch der Langstreckenbomber wurde unter anderem im Vietnamkrieg, im Golfkrieg und bei der Bombardierung Afghanistans nach dem 11. September 2001 mit verheerender Wirkung eingesetzt.
Bild: Keystone
Die Lockheed U-2 «Dragon Lady» diente ab 1955 den Amerikanern als Aufklärungsflugzeug, das in 20 Kilometer Höhe operierte und vor allem das Gebiet des Warschauer Pakts überwachen sollte. Es ist eine Mischung aus Segelflugzeug und Jet. Für Fliegerabwehrgeschütze und gegnerische Jagdflugzeuge war die U-2 zu ihrer Zeit unerreichbar. Im Mai 1960 verlor jedoch eine U-2 aufgrund von Triebwerksschwierigkeiten an Höhe und wurde von der sowjetischen Flugabwehr abgeschossen. Ihr Pilot, Gary Powers (Bild), wurde gefangen genommen und als Spion zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach weniger als zwei Jahren konnte er aber gegen einen sowjetischen Spion ausgetauscht und in die Freiheit entlassen werden.
Bild: Keystone
Die sowjetischen Mikoyan-Gurevich Mig 21 kam 1959 erstmals zur Auslieferung und wurde von über 50 Staaten, nicht nur des Ostblocks, eingekauft. Mit mehr als 11'000 Exemplaren ist sie das in dere grössten Stückzahl produzierte Überschallflugzeug der Luftfahrtgeschichte. Zum Kampfeinsatz kam die Mig 21 unter anderem im Vietnamkrieg, im Sechstagekrieg, im indisch-pakistanischen Krieg von 1971 und in zahlreichen anderen militärischen Konflikten. In mindestens fünfzehn Ländern ist sie bis heute im aktiven Dienst.
Bild: US Air Force
Mit der «Comet» brachte die britische de Havilland Aircraft Company 1949 den ersten in Serie gebauten Passagierjet auf den Markt. Zwei «Comet 4» (Bild) überquerten als erste zivile Düsenflugzeuge 1958 den Atlantik, eine von London nach New York, die andere von New York nach London. Charakteristisches Merkmal der «Comet» sind die in die Tragflächen eingelassenen Triebwerke.
Bild: Getty Images
Die «Spruce Goose» genannte Hughes H-4 Hercules des exzentrischen Milliardärs Howard Hughes erhob sich nur ein einziges Mal, am 2. November 1947, in die Luft und flog in 20 Metern Höhe etwa anderthalb Kilometer weit. Sie ist das grösste jemals gebaute Wasserflugzeug und übertrifft sowohl an Spannweite als auch an Flügelfläche alle anderen Flugzeuge.
Bild: Keystone
Diese Douglas DC-3 flog im August 2012 über den Genfersee. Das Modell hat allerdings schon fast 80 Jahre auf dem Buckel: Erstmals geflogen ist die DC-3 im Dezember 1935. Vom Militär wurde sie als Transport-, Passagier- und Sanitätsflugzeug verwendet, ebenso, um Lastensegler zu schleppen. Bis zum heutigen Tag wird das Flugzeug noch auf einigen entlegenen Linien in Kanada und der Südsee regulär eingesetzt. Seine Sternstunde hatte es jedoch als «Rosinenbomer» bei der Berliner Luftbrücke 1948-49.
Bild: Keystone
Vielleicht das berüchtigtste Flugzeug der (bisherigen) Geschichte: Die B-29 Superfortress «Enola Gay» der US-Luftwaffe bei ihrer Rückkehr vom Atombombenabwurf über Hiroshima, Japan, am 6. August 1945. Die B-29 war der Nachfolger der B-17 und konnte mehr als das Doppelte des Vorgängermodells tragen. Sie wurde in der Endphase des Zweiten Weltkriegs im Pazifik und später im Koreakrieg verwendet.
Bild: Keystone/AP Photo
Die Messerschmitt Me 262 war das erste in Serie gebaute Düsenflugzeug. Obwohl im Zweiten Weltkrieg ca. 800 Maschinen dieses Typs zum Einsatz kamen, konnte die deutsche Luftwaffe damit den Untergang des Nazireiches nicht mehr aufhalten. Nach dem Erstflug im Juli 1942 dauerte es noch zwei Jahre, bis die Me 262 zum Einsatz kam. Fatalerweise hatte Adolf Hitler persönlich verfügt, dass das schnellste Flugzeug seiner Zeit als Bomber statt als Jäger zu verwenden sei, wodurch seine wahre Stärke nicht ausgespielt werden konnte.
Bild: US Air Force
Die Yakovlev Yak-9 wurde von 1942 an in der Sowjetunion in gewaltigen Stückzahlen produziert und verhalf der Roten Armee zu einer gefürchteten Waffe gegen die deutschen Flugzeuge. Auch die legendäre französisch-sowjetische Fliegertruppe «Normandie-Niémen» flog auf der Yak-9.
Bild: (CC) Wikipedia - User Hiuppo
Die Boeing B-17 «Flying Fortress» (Fliegende Festung) wurde schon vor dem Zweiten Weltkrieg von der US Army entwickelt und erwies sich als ausserordentlich robustes Fluggerät. In grossem Umfang wurde es im Bombenkrieg gegen Deutschland bei Tageinsätzen verwendet. 40 Prozent aller Bomben, die die Westalliierten über dem Nazireich abewarfen, kamen aus den Bombenschächten der B-17.
Bild: US Army
Das britische Gegenstück zur amerikanischen «Fliegenden Festung» war die «Avro Lancaster». Dieser Bomber lud während des Zweiten Weltkriegs auf 156'000 Flügen mehr als 618'000 Tonnen Bomben über feindlichem Gebiet, vor allem über Deutschland, ab. Eine prominente Rolle spielt die «Lancaster» in dem Kriegsfilm «The Dam Busters - Die Zerstörung der Talsperren» von 1955. Der legendäre Tiefflug über einen Stausee wurde zum 70. Jahrestag des Einsatzes, am 16. Mai 2013, mit einer historischen Maschine nachgestellt (Bild).
Bild: Keystone
Sie lehrte die gegnerischen Piloten im Jahr 1940 das Fürchten: die «Supermarine Spitfire», kurz «Spitfire» genannt. Während der Luftschlacht um England erwies sie sich als robuster und sehr schneller Abfangjäger, der die angreifenden Deutschen in grosser Zahl vom Himmel holte und verhinderte, dass Nazideutschland die Luftherrschaft über die britische Kanalküste erringen konnte. Auch im weiteren Verlauf des Krieges bildete die «Spitfire» das Rückgrat der britischen Jägerflotte.
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Liebevoll «Tante Ju» genannt, lässt die Junkers Ju 52 seit 1932 die Herzen der Flugenthusiasten höher schlagen. Zunächst als Zivilflugzeug geplant und eingesetzt, wurde sie bald auch vom Militär entdeckt. Als Bomber flog sie erstmals im Spanischen Bürgerkrig und danach im Zweiten Weltkrieg. Unvergesslich wird ihr Einsatz Ende 1942 in Stalingrad bleiben, wo sie zur Versorgung der eingeschlossenen deutschen Truppen aus der Luft eingesetzt wurde - vergeblich. Nach dem Krieg flog die Ju 52 in mehreren Ländern sowohl zivil als auch militärisch bis in die 1980-er Jahre hinein. Noch heute sind einzelne Exemplare als Touristenattraktion in der Luft.
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Eine wenig sympathische Verwandte der Ju 52 ist die Ju 87 «Stuka», ein Sturzkampfflugzeug der deutschen Luftwaffe. Dieser Flugzeugtyp eignete sich dank der im Sturzflug laut aufheulenden Bordsirene hervorragend als Terrorinstrument. Als Kampfflugzeug hatte die Ju 87 keine besonderen Qualifikationen: Ihr fehlte die Wendigkeit beim Luftkampf und es mangelte ihr an defensiver Bewaffnung.
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Das im st. gallischen Altenrhein gebaute Flugboot Dornier Do X stellte zu seiner Zeit, in den frühen 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts, alles in Schatten, was motorgetrieben fliegen konnte. Es war das grösste, schwerste und antriebsstärkste Flugboot der Welt und nur die Tupolev ANT-20 «Maxim Gorki» machte ihm den Titel «grösstes Flugzeug der Welt» streitig. Der Grund, warum das Flugboot in Altenrhein gebaut wurde, ist politischer Natur: Dem Deutschen Reich wurde im Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg der Bau von Flugzeugen dieser Grösse untersagt, so dass man in die benachbarte Schweiz auswich.
Bild: Bundesarchiv, Bild 102-12963 / CC-BY-SA
Mit der «Spirit of St. Louis» gelang Charles Augustus Lindbergh 1927 die erste Überquerung des Atlantiks ohne Zwischenlandung in einem Flugzeug. Das Foto zeigt Lindbergh und seine Maschine vom Typ «Ryan NYP» kurz vor dem historischen Ereignis.
Bild: Getty Images
Louis Blériot startete am 25. Juli 1909 von Les Baraques bei Calais zu seinem Flug nach Dover. Mit seiner «Blériot XI» und ihrem 3-Zylinder-Anzani-Motor mit nur 25 PS legte er die Strecke in 37 Minuten zurück - und war damit ein gemachter Mann: Der damals 35-jährige erhielt den von der «Daily Mail» ausgeschriebenen Preis von 1000 Englischen Pfund für den ersten Flug über den Ärmelkanal.
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Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough werden sich Boeing und Airbus wieder einen Kampf um lukrative Grossaufträge sichern. Sorgen die Amerikaner für eine Überraschung?

Das hat es lange nicht gegeben: Wenn an diesem Montag im südenglischen Farnborough eine der grössten Luftfahrtmessen der Welt startet, könnte die Ankündigung eines neuen Boeing-Passagierjets alles andere in den Schatten stellen. Der weltgrösste Flugzeugbauer aus den USA ringt auf der Schau wie üblich mit seinem europäischen Rivalen Airbus um Grossaufträge. Die Branche, zu der auch kleinere Hersteller wie Bombardier und Embraer gehören, ordnet sich derzeit neu - auch mit Blick auf aufstrebende Rivalen aus China und Russland.

Südwestlich von London kommt vom 16. bis 22. Juli so ziemlich alles zusammen, was in der Luft- und Raumfahrtbranche Rang und Namen hat. 1500 Aussteller sollen auf der Messe präsent sein. Das letzte Mal vor zwei Jahren zählte die Messe trotz heftiger Regenfälle rund 73'000 Fachbesucher. Wenn die Messe am Samstag und Sonntag auch für die breite Öffentlichkeit geöffnet ist, sollen noch etwa 80'000 Luftfahrt-Begeisterte hinzukommen.

In Sachen neuer Flugzeugtypen könnte Farnborough diesmal das grosse Los gezogen haben. Schon seit Jahren denkt Boeing laut über den Bau eines neuen mittelgrossen Passagierjets nach, der die Lücke zwischen den kleineren Mittelstreckenjets und den Grossraumflugzeugen füllen soll. Vergangenen Sommer brachte der Hersteller den Namen Boeing 797 ins Spiel.

Der Jet könnte Platz für 220 bis 270 Passagiere bieten. Obwohl die Maschine kleiner wäre als Grossraumjets wie Boeings «Dreamliner», soll sie lange Strecken etwa über den Atlantik und darüber hinaus zurücklegen können - und dank moderner Triebwerke so sparsam sein, dass sich das für Fluggesellschaften rechnet.

Die Entscheidung für ein neues Modell ist bei Flugzeugherstellern von viel grösserer Tragweite als etwa bei Autoherstellern. Die Entwicklung eines neuen Flugzeugs dauert Jahre und verschlingt Milliardensummen. Üblicherweise wird ein Modell mehrere Jahrzehnte lang gebaut. Würde es ein Ladenhüter, wäre der Schaden immens.

Airbus holt immer weiter auf

Schon deshalb ist man bei Airbus froh, das von Boeing entdeckte Marktsegment in der Mitte schon einigermassen abgedeckt zu haben. Airbus hat seinem kleineren Grossraumjet A330 eine Verjüngungskur spendiert. Und vom grössten Mittelstreckenjet A321neo haben die Europäer eine Langstreckenversion entwickelt, die bis zu 4000 nautische Meilen (7400 Kilometer) zurücklegen kann - und künftig noch mehr schaffen soll. Boeing hatte für seinen neuen Flieger zuletzt rund 5000 nautische Meilen ins Auge gefasst.

Um die Bestellungen der Airlines werden beide Hersteller ringen müssen - wenn Boeing den Flieger tatsächlich baut. Dass es etwas Grosses zu verkünden gibt, hat der US-Konzern mit einer Einladung für Sonntag (15. Juli) angedeutet. Zum Vorgespräch am Tag vor der Messe soll diesmal Boeing-Chef Dennis Muilenburg kommen. Sonst überlässt der Manager diesen Termin seinem Spartenchef.

Boeing muss seine Rolle als führender Flugzeugbauer festigen. Denn Airbus holt immer weiter auf. Je rund 800 Verkehrsflugzeuge wollen beide Unternehmen in diesem Jahr ausliefern. Dabei sind Boeings Pläne mit mindestens 810 Maschinen noch etwas ehrgeiziger als bei Airbus - aber der Abstand schrumpft. Nachfrage nach Passagierjets gibt es genug. Der Flugverkehr wächst weltweit immens, vor allem in Schwellenländern etwa in Asien. Weltweit dürften in 20 Jahren rund doppelt so viele Flugzeuge im Einsatz sein wie heute.

Grosse Branchen wachsen durch Deals weiter

Um den Markt auch in Zukunft zu beherrschen, verbünden sich die grossen zwei Hersteller mit den wichtigsten Anbietern kleinerer Maschinen. So hat Airbus vom angeschlagenen kanadischen Hersteller Bombardier die Mehrheit an dessen Mittelstreckenjet C-Serie übernommen - und vermarktet ihn jetzt als Airbus A220. Und Boeing will dem brasilianischen Hersteller Embraer die Mehrheit an dessen Verkehrsflugzeug-Sparte abkaufen. Durch beide Deals werden die Grossen der Branche noch grösser.

Unterdessen läuft sich die Konkurrenz aus dem Osten weiter warm. Der russische Flugzeugbauer Irkut hat im vergangenen Jahr mit der MS-21 einen Mittelstreckenjet in die Luft gebracht, der den meistgefragten Modellen von Boeing und Airbus Marktanteile abringen soll. Und in China ist dem Comac-Konzern mit der ähnlich grossen C919 das Gleiche gelungen.

Auf Messen im Ausland waren die Maschinen noch nicht zu sehen - dazu war es nach den Testflügen zu früh. Flugzeugbau ist Hightech auf hohem Niveau und stellt die dortige Industrie vor grosse Herausforderungen - auch wenn wichtige Bauteile der beiden Jets aus dem Westen stammen.

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