Städte in Gefahr Nicht nur Jakarta in Indonesien – welche Städte zu versinken drohen

tsha

27.8.2019

Die indonesische Hauptstadt soll verlegt werden, weil Jakarta versinken könnte. Andere Städte weltweit kämpfen mit ähnlichen Problemen – darunter die viertgrösste Stadt der USA.

Indonesien bekommt eine neue Hauptstadt. Die Regierung soll von Jakarta auf der Insel Java in die Provinz Kalimantan Timur auf Borneo umziehen, kündigte Präsident Joko Widodo am Montag an. 

Der Umzug der indonesischen Hauptstadt ist seit Jahrzehnten im Gespräch. Jakarta mit seinen zehn Millionen Einwohnern – im Grossraum sind es etwa 30 Millionen – hat mit Müllproblemen, Luftverschmutzung und vor allem auch Überschwemmungen zu kämpfen. Ausserdem sinkt die Stadt rapide ab, weil während eines langen Zeitraums unkontrolliert Grundwasser entnommen worden ist.

Auch andere Metropolen weltweit kämpfen gegen das Versinken. Die amerikanische Grossstadt Houston etwa. Der Bezirk Harris County, in dem die viertgrösste Stadt der USA liegt, sinkt laut CNN jedes Jahr um bis zu fünf Zentimeter ab. Schuld daran sind die vielen privaten Brunnen, die unkontrolliert Grundwasser abpumpen. Seit den 20er Jahren sei die Region bereits um mehr als drei Meter abgesackt, heisst es.

Zur Hälfte unter dem Meeresspiegel

Rund 500 Kilometer östlich von Houston ist die Lage noch dramatischer: New Orleans versinkt um bis zu einen Zentimeter im Jahr. Die direkt am Wasser gebaute Stadt befindet sich heute, 14 Jahre nach dem verheerenden Hurrikan Katrina, zur Hälfte unterhalb des Meeresspiegels. Noch in den 1930ern lag nur ein Drittel der Stadt derart tief.

Auch Washington versinkt, wenn auch nicht ganz so dramatisch. In den nächsten 100 Jahren, das haben Wissenschaftler berechnet, werde die Stadt rund 15 Zentimeter tiefer liegen als heute. Gleichzeitig aber steigt der Meeresspiegel – was auch in der US-Hauptstadt zu Problemen führen könnte.

In Asien ist vor allem die chinesische Hauptstadt Peking gefährdet. Die riesige Stadt mit ihren mehr als 21 Millionen Einwohnern sinkt in einigen Gebieten um bis zu zehn Zentimeter – im Jahr.

Grund dafür ist der zurückgehende Grundwasserspiegel und der viel zu hohe Verbrauch an Trinkwasser. Ein viele Milliarden Dollar teures Projekt, das zum Teil bereits in Betrieb ist, soll Wasser aus dem Jangtsekiang in die Hauptstadt bringen und so die Wasservorräte Pekings entlasten.

30 mysteriöse Orte auf Google Earth

Zurück zur Startseite