OECD gibt grünes Licht für tierversuchsfreien Umwelttoxizität-Test

stsc, sda

24.6.2021 - 09:11

Angefärbte, gesunde Kiemenzellen von Regenbogenforellen: Der von der OECD anerkannte Toxizitäts-Test beruht auf Versuchen mit Zellen, die verraten, wie schädlich eine Chemikalie ist. (Pressebild)
Keystone

Eawag-Forscherinnen haben für ihren Umwelttoxizität-Test basierend auf Fischzelllinien das Gütesiegel der OECD erhalten. Mit dem Test lässt sich die Giftigkeit von Chemikalien ohne lebende Fische prüfen.

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24.6.2021 - 09:11

Vor der Zulassung müssen Hersteller sicherstellen, dass Chemikalien nicht giftig für Mensch und Umwelt sind. An Fischen wird die toxische Wirkung auf wasserlebende Wirbeltiere untersucht. 2019 wurden allein in der Schweiz an knapp 8000 Fischen ökotoxikologische Tests durchgeführt, wie die Eawag am Donnerstag mitteilte.

Die bereits vor einigen Jahren in Fachzeitschriften vorgestellte Alternativmethode der Umwelttoxikologin Kristin Schirmer und der Laborantin Melanie Fischer kommt ganz ohne lebende Fische aus. Stattdessen nutzen sie isolierte Kiemenzellen der Regenbogenforelle in der Kulturschale. Schädigt die Chemikalie die Kiemenzellen, funktionieren lebenswichtige Funktionen wie die Sauerstoffzufuhr nicht mehr.

Tierversuchsfreie Zulassung möglich

Eine Studie aus dem Jahr 2013 belegte, dass der Fischzelllinien-Test für über dreissig Chemikalien zu den gleichen Toxizitätswerten gelangt wie derjenige mit lebenden Fischen.

Im Jahr 2019 erhielt der tierversuchsfreie Test die ISO-Zertifizierung. «Die OECD-Empfehlung war der letzte wichtige Schritt von unserer Seite», sagte Schirmer gemäss der Mitteilung: «Damit dürfte einem tierversuchsfreien Zulassungsverfahren nichts mehr im Wege stehen». Denn bisher schrieben die regulatorischen Richtlinien der OECD noch Versuche mit lebenden Fischen vor.

«Die Zertifizierung durch international abgestützte Organisationen ist sehr wichtig, da sich nur so sicherstellen lässt, dass die Tests weltweit standardisiert durchgeführt und somit die Ergebnisse auch anerkannt werden», so Schirmer.

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