Seltsame Lichterkette am Himmel sorgt für Irritationen

dpa/uri

26.4.2020

Ein kurioses Phänomen irritiert derzeit viele Menschen beim Blick zum Firmament. Über den Nachthimmel ziehen einige helle Pünktchen.

Helle Lichter, aufgereiht wie an einer Perlenkette, sind derzeit von vielen Orten aus am Abendhimmel über Europa zu sehen. Die ungewöhnliche Formation sorgt häufig für Irritationen.

«Es sind eng hintereinander fliegende Satelliten», hiess es von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Das Phänomen ist noch einige Tage lang zu beobachten.



Die Satelliten gehören zum «Starlink»-Projekt des US-Unternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk. Die Satelliten sind nach dem Start relativ eng beieinander, sehr niedrig und deswegen sehr auffallend für gelegentliche Beobachter.

Kurz nach Sonnenuntergang am besten zu sehen

Auch aufgrund des derzeit klaren Himmels seien sie momentan so gut sichtbar, hiess es von der ESA. Am besten geeignet für die Beobachtung seien die ersten ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Dann reflektiere die Oberfläche der Satelliten das restliche Sonnenlicht.

Die Satelliten-Schlange zeigt sich häufig auch frühmorgens. Über die Internetseite https://findstarlink.com/ ist abrufbar, wo und wann sich das Phänomen beobachten lässt.  

Zwei «Starlink»-Satelliten sind als Lichtstreifen am Nachthimmel zu sehen.
Bild: dpa

Bereits mehrfach wurden Satelliten für das Projekt «Starlink» ins All geschossen und waren als Lichterkette am Nachthimmel zu sehen. Die Objekte werden wie andere Satelliten oder die Internationale Raumstation (ISS) auch durch die Sonne angestrahlt und leuchten dann. Die Perlenketten-Struktur löst sich mit der Zeit auf.



12'000 Satelliten sollen für «Starlink» ins All

Insgesamt sollen für «Starlink» 12'000 oder mehr Satelliten ins All geschossen werden. Ziel des milliardenschweren Programms ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen.

Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mithilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten-Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten bieten. Astronomen kritisieren, dass irgendwann mehr Satelliten als Sterne am Nachthimmel zu sehen sein könnten.  

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