Was ist der richtige zeitliche Abstand und der beste Mix?

AFP/tmxh

5.2.2021

Medizinisches Personal befüllt eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca.
Medizinisches Personal befüllt eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Wissenschaftler suchen noch nach dem besten Impfschema gegen Covid-19.
Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Gibt es einen idealen Abstand zwischen den Corona-Impfungen? Und lassen sich verschiedene Mittel kombinieren? Forscher suchen nach dem besten Impfschema gegen Covid-19.

Die Impfungen gegen Covid-19 laufen seit mehreren Wochen. Wie sie am besten verabreicht werden, ist noch nicht abschliessend geklärt. Ein Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Was ist der beste Abstand zwischen erster und zweiter Impfung?

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe werden in zwei Dosen verabreicht. Die beiden Boten-RNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna wurden in den Studien im Abstand von drei beziehungsweise vier Wochen gespritzt und die Hersteller empfehlen deshalb dieses erprobte Impfschema.

Weil der Impfstoff knapp ist, haben einige Länder, darunter Grossbritannien, den Abstand zwischen den Impfungen auf sechs oder sogar zwölf Wochen verlängert. Sie impfen lieber zehn Menschen einmal als fünf vollständig.



Die europäische und auch die US-Arzneimittelbehörde raten von diesem Vorgehen ab, weil es nicht in Studien erprobt wurde. Manche Experten befürchten sogar, dass längere Impfabstände dazu beitragen könnten, dass weitere Virusvarianten entstehen.

Anders verhält es sich beim Impfstoff von AstraZeneca, der auf einer anderen Technologie basiert. Er wurde in Studien im Abstand von vier bis zwölf Wochen verabreicht und diese Intervalle hat auch die europäische Arzneimittelbehörde zugelassen. Eine am Dienstag veröffentlichte Studie von AstraZeneca und der Universität Oxford zeigt, dass der Impfstoff am besten wirkt bei einem zeitlichen Impfabstand von zwölf Wochen.

Können Impfstoffe kombiniert werden?

Die Kombination verschiedener Stoffe für die erste und zweite Impfung würde die Immunisierung vieler Menschen binnen kurzer Zeit vereinfachen. Die Universität Oxford will dieses Verfahren in einer Studie an 820 Freiwilligen über 50 Jahren erproben, wie sie am Donnerstag bekannt gab.

Einige Probanden sollen zunächst das Vakzin von Biontech/Pfizer und als zweite Dosis das von AstraZeneca erhalten, andere werden in umgekehrter Reihenfolge geimpft und eine Vergleichsgruppe zweimal mit dem gleichen Impfstoff. «Wenn wir zeigen, dass die Impfstoffe austauschbar verwendet werden können, macht das die Verteilung erheblich flexibler», erklärt Matthew Snape, einer der Studienleiter.



Auch gegen andere Krankheiten, zum Beispiel gegen Hepatitis B, würden manchmal verschiedene Impfstoffe kombiniert, schreibt der britische Experte Peter English in seinem Blog. «Einige Impfstoffe können besser wirken, wenn ein anderer Impfstoff für die Auffrischung verwendet wird.»

Kann eine einzige Impfung ausreichen?

Zwei in dieser Woche veröffentlichte, noch nicht begutachtete Studien aus den USA legen nahe, dass in manchen Fällen auch eine einzelne Impfung ausreicht. Bei Menschen mit überstandener Corona-Infektion «ist die Antikörperreaktion auf die erste Dosis genauso gut oder sogar besser als die nach der zweiten Dosis» bei Menschen, die noch keinen Kontakt mit dem Coronavirus hatten, heisst es etwa in der Studie der Icahn School of Medicine in New York.

Schafft der Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson die Zulassung, wird das die weltweite Impfkampagne vereinfachen: Im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen ist hier nur eine Injektion nötig. Auch die russischen Wissenschaftler, die den Impfstoff Sputnik V entwickelten, verfolgen diese Spur: «Wir erforschen ein Einzeldosis-Schema», schreiben sie in der Fachzeitschrift «The Lancet».

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