Was bringen die Impfstoffe von Novavax und Curevac?

tmxh/SDA/dpa

4.2.2021

Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Novavax.
Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Novavax: Die Schweiz hat 6 Millionen Dosen des Vakzins beim US-Hersteller geordert.
Alastair Grant/AP/dpa

Neue Vakzine, neue Hoffnung? Die Schweiz hat elf Millionen Impfdosen der Hersteller Novavax und Curevac geordert. Was bislang über die beiden Impfstoffe bekannt ist.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Schweiz insgesamt 17 Millionen neue Impfdosen bestellt. Darunter nicht nur sechs Millionen weitere des Moderna-Impfstoffs, sondern auch 11 Millionen zweier neuer Hersteller. Verträge schloss der Bund mit dem deutschen Pharmaunternehmen Curevac für 5 Millionen Dosen sowie mit der US-amerikanischen Firma Novavax für 6 Millionen Dosen. Ein Überblick.

Wie schnell können die beiden neuen Impfstoffe geliefert werden?

Die zwei neuen Substanzen von Curevac und Novavax befinden sich in der dritten Testphase. Sollten sie die Zulassung von Swissmedic erhalten, wäre eine Lieferung bereits im zweiten Quartal möglich. Wie die Erfahrungen mit den anderen Impfstoffen zeigen, kann es allerdings immer wieder zu Verzögerungen kommen.

Zudem: Zwischen Curevac und der EU besteht eine Liefervereinbarung – deshalb bestellt Schweden für die Efta-Staaten Norwegen, Island und die Schweiz und verkauft die Dosen «gewinnfrei» weiter.

Wie unterscheiden sie sich von den bisher bekannten Impfstoffen?

Der Impfstoff von Curevac basiert laut BAG wie diejenigen von Pfizer/Biontech und Moderna auf der mRNA-Technologie. Auch hier sind zwei Impfdosen nötig. Damit könnten weitere 2,5 Millionen Menschen in der Schweiz geimpft werden.



Der Impfstoff von Novavax setzt hingegen (neben mRNA und der sogenannten Vektor-Technologie von AstraZeneca) auf eine dritte Technologie auf Proteinbasis. Er enthalte das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus. Das Immunsystem bilde bei der Impfung Antikörper gegen das Protein und bereite den Körper auf eine Infektion vor, schreibt Swissmedic. Das Prinzip ähnelt dem der Grippeimpfung. 

Wie wirksam sind die neuen Impfstoffe – auch gegen die Mutanten?

Zur Wirksamkeit des Curevac-Impfstoffes können noch keine sicheren Angaben gemacht werden. Erst im Dezember begann für das Mittel des Tübinger Biotech-Unternehmens die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie. Getestet wird an 35'000 Probanden. Mit Ergebnissen rechnet Curevac, das mit dem Pharmakonzern Bayer kooperiert, bis Ende März.

Der Impfstoff von Novavax bietet laut vorläufigen Testergebnissen von Ende Januar eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent – und ist damit Hoffnungskandidat. Bislang wurde er an etwa 15'000 Probanden getestet.



Laut einer britischen Studie wirkt das Mittel von Curevax auch gegen die in Grossbritannien aufgetauchte Variante des Virus. Etwas Sorge bereitet den Forschern die südafrikanische Mutation: Erste Resultate einer kleineren Novavax-Studie lassen vermuten, dass das Vakzin gegen diese Variante wirkt, allerdings mit 60 Prozent nicht annähernd so gut wie gegen die britische. Auch das ist nach WHO-Kriterien, die als Schwellenwert 50 Prozent Wirksamkeit angeben, jedoch noch ausreichend.

Kann ich mir aussuchen, mit welchem Vakzin ich geimpft werde?

Nein. Ob Pfizer/Biontech, Moderna oder bald die Mittel von Curevac und Novavax: Geimpft wird, was im Impfzentrum oder beim Arzt aktuell vorhanden ist. Grund zur Sorge? Keineswegs, gibt der Präsident der Kommission für Impffragen, Christoph Berger, im «Blick» Entwarnung: Davor, dass einer der Impfstoffe schlechter sein könnte als die anderen, müsse hierzulande niemand Angst haben.

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