Sensationsfund: Erste Bilder vom 400 Jahre alten Schiffswrack

tsch

26.9.2018

Über den bedeutendsten archäologischen Fund seit mehr als 20 Jahren freute sich Portugal, als Anfang des Monats ein Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert entdeckt wurde. Nun gibt es erste Bilder des Sensationsfundes.

Den «Fund des Jahrzehnts» nannte Projektleiter Jorge Freire die Entdeckung, die sein Team Anfang September in der Mündung des Tajo machte: In den Gewässern vor Cascais, einer Stadt nahe Lissabon, stiessen die Archäologen auf das Wrack eines rund 400 Jahre alten Schiffes. Dass es sich um ein Schiff handelet, dass einst auf der Gewürzroute nach Indien verkehrte, war den Experten schnell klar. Inzwischen konnten sie jedoch einen genaueren Blick auf die gut erhaltenen Überreste werfen.

«Wir kennen den Namen des Schiffs noch nicht, aber es ist ein portugiesisches Schiff aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert», zitiert der britische «Guardian» Jorge Freire. Aufgrund des Wappens, dass die beim Wrack gefundenen Bronzekanonen tragen, wird vermutet, dass das Schiff vom Typ Nao zwischen 1575 und 1625 gesunken ist. Ausserdem befand sich an Bord chinesisches Porzellan aus der Wanli-Epoche, die von 1573 bis 1619 dauerte.

Das Schiff war vom in Spanien und Portugal beliebten Typ Nao, könnte also in etwa so ausgesehen haben. 
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Was den Fund so besonders macht

«Der Fund sagt uns viel über Cascais' Seefahrtgeschichte und -identität», freut sich Freire. «Es ist eine grossartige Entdeckung, deren Grösse vor allem darin liegt, was uns das Wrack und die Artefakte über die kulturelle Landschaft erzählen können». So hatte das Schiff nicht nur Pfeffer geladen, sondern auch Kaurischnecken, die als Zahlungsmittel im Sklavenhandel dienten. Die Fundstücke werden nun von der portugiesischen Regierung in Augenschein genommen.

Bereits im Jahr 1994 wurden in der Tajo-Mündung die Überreste eines Nao-Schiffs gefunden. Die «Nossa Senhora dos Mártires» gehörte wie das jüngst entdeckte Exemplar der Gewürzhändlerflotte an und war 1606 gesunken. Sie wurde zwischen 1996 und 2001 geborgen.

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