Archäologie

Keltischer Ohrring bei Grabungen in Kallnach BE gefunden

SDA

6.3.2020 - 10:16

Goldohrring aus einer keltischen Bestattung im Challnechwald bei Kallnach um 550 v. Chr.
Source: zvg/Archäologischer Dienst Bern

Bei Grabungen im Challnechwald bei Kallnach haben die Berner Kantonsarchäologen einen keltischen Goldohrring geborgen – just zum Jubiläum des Archäologischen Dienstes. Dieser feiert 2020 sein 50-jähriges Bestehen.

Der Goldring gehörte zur Tracht einer vornehmen Person, die um 550 v. Chr. im Challnechwald bestattet worden war. In der Schweiz gibt es zwar bereits mehrere goldene Ohrringe aus dieser Zeit. Der Goldohrring aus Kallnach sei jedoch das weitaus kunstvollste Exemplar, teilte die Bildungs- und Kulturdirektion am Freitag mit.

Der Fund stammt aus einer grossangelegten Rettungsgrabung bei Kallnach. Bevor auf dem Gelände Kies abgebaut wird, untersucht der Archäologische Dienst mehrere keltische Grabhügel in einem archäologischen Schutzgebiet.

Der Dienst nahm seine Arbeit anfangs März 1970 in einer Baracke hinter dem Bernischen Historischen Museum auf. Seither wurde er ausgebaut und befindet sich heute in Bern-Bümpliz. Damals wie heute sei es seine gesetzliche Aufgabe, Fundstellen und Funde zu schützen, zu pflegen, zu dokumentieren und öffentlich zu machen.

Das «stabilste Archiv» sei aber, wenn archäologische Funde unberührt im Boden blieben, heisst es in der Mitteilung weiter. Wenn der Schutz einer Fundstelle nicht möglich sei, müsse diese – wie im Challnechwald – mit einer Rettungsgrabung wissenschaftlich untersucht sowie die Funde geborgen und konserviert werden.

Wanderausstellung zum Jubiläum

Zum Jubiläum findet von März bis Oktober eine Wanderausstellung unter dem Titel «Archäologie macht Geschichte: Funde aus dem Kanton Bern» statt. Dabei werden 16 Fundobjekte aus Stein, Keramik, Eisen, Glas oder Holz abgebildet, die aus allen Regionen des Kantons stammen.

Zu sehen sind etwa eine 2000-jährige römische Bronzeaxt aus Allmendingen bei Thun, der bronzezeitliche Lederschuh vom Schnidejoch oder reich bemalte Verputzreste aus einem frühmittelalterlichen Grab in der Kirche von St. Imier.

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