Massentests in Berner Schulen: Neun Personen positiv getestet

sr, sda

7.5.2021 - 14:49

Speicheltest an einer Volksschule in Chiasso TI.
Keystone

In der ersten Woche der breiten Massentests an den bernischen Volksschulen sind neun Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 80'000 Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und weiteres Schulpersonal haben an den Tests teilgenommen.

sr, sda

7.5.2021 - 14:49

Im zentralen Testlabor in Münsingen wurden über 9000 sogenannte Pools ausgewertet, wie die kantonale Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) am Freitag bekannt gab.

GSI-Vorsteher Pierre Alain Schnegg wertete dieses Resultat als «grossen Erfolg», wie er an einer Medienkonferenz in Bern sagte. Das Testen in Schulen und Betrieben müsse unbedingt fortgeführt werden. Auf diese Weise sei es möglich, Träger des Virus ausfindig zu machen, bevor es zu Ansteckungen komme.

Beim Start der Massentests Anfang Woche hatte die GSI bekanntgegeben, 219 von 256 bernischen Gemeinden mit Schulen hätten grünes Licht für die Massentests gegeben. Damit hätten 95 Prozent der Berner Schülerinnen und Schüler Zugang zu den freiwilligen Tests.

Poolprobe positiv, Einzeltests negativ

Die PCR-Speicheltests in den Schulen werden einmal pro Woche am Morgen während des Unterrichts durchgeführt. Pro Klasse werden maximal zwei Gruppen gebildet und die Proben in sogenannten Pools zusammengeführt. Dadurch ist ein Rückschluss auf einzelne Kinder oder Lehrpersonen ausgeschlossen.

Fällt das Testergebnis einer Poolprobe positiv aus, werden die Mitglieder der betroffenen Gruppe am Folgetag einzeln ein zweites Mal getestet. Personen mit positivem Covid-Test müssen in der Folge in die Isolation und das Contact Tracing schaltet sich ein.

Wie der «Bund» am Donnerstag berichtete, fielen zwei Poolproben aus Köniz positiv aus. Die danach vorgenommenen Einzelproben waren dann allerdings negativ und die Schüler konnten die provisorische Quarantäne abbrechen. Darauf angesprochen, sagte am Freitag der Leiter des kantonalen Corona-Sonderstabs, Raphael Ben Nescher, die Pool-Probe sei nur schwach positiv gewesen.

Testweise soll grössere Party steigen

Wie der Bund will auch der Kanton Bern demnächst testweise grössere Veranstaltungen durchführen, bevor weitere Lockerungsschritte für Grossveranstaltungen beschlossen werden. Der Kanton will deshalb je eine Veranstaltung aus dem Profisport, Amateursport, dem Kulturbereich, der Party-Welt und der Wirtschaft durchführen. Der Raster für diese Pilot-Veranstaltungen ist bestimmt.

Es geht um die Schweizermeisterschaften in der Leichtathletik Ende Juni in Langenthal, um das 25-Jahr-Jubiläum des Fussballclubs Gerzensee und um die Start-up-Days in Bern. Worum es bei der Kultur und bei der geplanten Party geht, gaben die Kantonsvertreter nicht bekannt.

Schnegg sagte, die beiden Veranstalter müssten noch entscheiden, ob sie die Anlässe wirklich durchführen wollten. 300 bis 600 Personen sind zugelassen.

Impfungen neu auch in Apotheken

In ihrer Mitteilung versichert die kantonale Gesundheitsdirektion auch, der Kanton Bern sei bereit für das grosse Impfen. Schon bald hätten sich 60 Prozent der bernischen Bevölkerung über 16 im Impfsystem registriert. Bis Freitagmittag seien rund 130'000 Menschen vollständig geimpft worden.

Ab der kommenden Woche werde im Kanton Bern ausser in den Impfzentren und in Arztpraxen neu auch in rund hundert Apotheken geimpft. Im Lauf des Monats erwarteten die Berner Behörden rund 200'000 Moderna- und 50'000 Pfizer-Biontech-Impfdosen. Im Juni sollten 300'000 und im Juli mindestens 150'000 Dosen eintreffen.

Mühe mit Impfen in Betrieben

Weniger gut als erhofft läuft es mit dem Impfen in Betrieben. Der Impfchef des Kantons Bern, Gregor Kaczala, sagte, diese Impfungen seien organisatorisch sehr aufwändig. Sobald die grossen Impfdosen-Mengen einträfen, sei es besser, die bestehenden Impfzentren zu nutzen.

Auf die Frage, ob diese Aussage das Ende der betrieblichen Impfungen bedeute, sagte Kaczala, so kategorisch könne man das nicht sagen. Viele Betriebe seien interessiert gewesen, doch es habe am medizinischen Fachpersonal für die Impfungen gefehlt.