Modellversuch zu Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu Hause

SDA

8.5.2019 - 11:33

Zu Hause statt in der Klinik: Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) haben einen Modellversuch zur aufsuchenden Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit stationärem Behandlungsbedarf lanciert.

Das Projekt ist für junge Menschen mit akuten psychischen Erkrankungen gedacht, die eine intensive und aufwändige Therapie benötigen. Bis anhin wurden die Betroffenen stationär in einer Klinik oder teilweise auch in tagesklinischen Settings behandelt.

Die UPD verfügen seit Anfang Mai über ein mobiles Team, das Leistungen bei den Patienten zu Hause anbietet, die einem stationären Aufenthalt in einer Klinik gleich kommen. Damit hoffen die UPD, nachhaltigere Therapieerfolge zu erzielen.

Stationäre Behandlungen reissen junge Menschen oft für längere Zeit aus ihrem Alltag. Damit bestehe die Gefahr einer erschwerten Rückkehr in die Normalität, schreiben die UPD in einer Mitteilung vom Mittwoch. In ihrem gewohnten Umfeld könnten die jungen Patientinnen und Patienten in ihrer Eigenverantwortung gestärkt und ihre eigenen Ressourcen aktiviert werden.

Das aufsuchende Team besteht aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften und Pädagogen, die die Kinder und Jugendlichen «hochfrequent und intensiv» behandeln, wie die UPD weiter schreiben.

Das Projekt wird vorderhand für zwei Jahre in der Region Bern-Mittelland angeboten und wissenschaftlich evaluiert. Sollte sich die Effektivität dieser Behandlungsform bestätigen, könnte in Zukunft ein grösserer Teil der betroffene Kinder und Jugendlichen im Kanton Bern zu Hause behandelt werden – möglicherweise zu geringeren Kosten, wie die UPD ebenfalls in ihrer Mitteilung schreibt.

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