Rochade im Regierungsrat: Christoph Neuhaus (SVP) wird Baudirektor

SDA

28.3.2018 - 15:52

Nach den Wahlen vom Sonntag sind die Ämter in der neuen Berner Kantonsregierung verteilt: Die SVP schnappt sich von der SP die gewichtige Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion. Deren neuer Vorsteher wird SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus.

Der SVP-Mann gehört seit 2008 der Berner Kantonsregierung an, wo er bisher die eher wenig prestigeträchtige Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion leitete.

Einen Namen machte sich Neuhaus etwa im Zusammenhang mit der schwierigen Suche nach Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende oder bei der Gestaltung des neuen Landeskirchengesetzes.

Nach den Rücktritten der drei langjährigen Regierungsmitglieder Barbara Egger-Jenzer (SP), Bernhard Pulver (Grüne) und Hans-Jürg Käser (FDP) ist Neuhaus der amtsälteste Berner Regierungsrat.

Die Direktionen werden jeweils nach dem Anciennitätsprinzip vergeben. Das heisst, der oder die Amtsälteste darf zuerst wählen. Bereits im Vorfeld der Gesamterneuerungswahlen vom vergangenen Sonntag war spekuliert worden, dass die SVP mit Neuhaus die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) übernehmen möchte. Am Wahlsonntag befeuerte SVP-Kantonalpräsident Werner Salzmann diese Spekulationen.

Nun ist klar: Neuhaus wechselt in die BVE, wie der Regierungsrat am Mittwoch mitteilte. Dort tritt er dort die Nachfolge von Barbara Egger-Jenzer (SP) an.

Bisherige bleiben

Die drei weiteren, bisherigen Regierungsratsmitglieder äusserten keine Wechselgelüste. Beatrice Simon (BDP) bleibt Finanzdirektorin, Christoph Amman (SP) Volkswirtschaftsdirektor und Pierre Alain Schnegg (SVP) Gesundheits- und Fürsorgedirektor. Schnegg und Ammann sind beide noch nicht lange im Amt, so dass ein Direktionswechsel bei ihnen kaum zu erwarten war. Beatrice Simon hatte stets signalisiert, dass sich sich in der Finanzdirektion wohl fühlt.

Mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion und der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion hat sich die SVP innerhalb zweier Jahre zwei Schlüsseldirektionen gesichert.

Neue müssen sich bescheiden

Die drei am Sonntag neu in die Regierung Gewählten mussten sich bescheiden, und nehmen, was an Direktionen übrig blieb. Die Polizei- und Militärdirektion bleibt in freisinniger Hand. Neuer Vorsteher wird Philippe Müller (FDP). Die Erziehungsdirektion bleibt in Grüner Hand und wechselt von Bernhard Pulver zu Christine Häsler (Grüne).

Die nach Neuhaus' Wechsel frei gewordene Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion geht an Evi Allemann (SP). Allemann politisierte auf nationaler Ebene, wobei sie Schwerpunkte in Verkehrs- und Umweltfragen setzte. Sie ist Zentralpräsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz.

Bereits am Sonntagabend nach den Wahlen betonte Allemann, sie sei offen für jede Direktion. "Ich freue mich sehr auf die Arbeit als Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin", kommentierte sie die Direktionszuteilung am Mittwoch auf Twitter.

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