Berner Wahlen

Rotgrün greift mit den «kompetenten Vier» bürgerliche Mehrheit an

pa, sda

21.1.2022 - 11:13

Sie sollen für eine rotgrüne Mehrheit in der Berner Regierung sorgen (von links nach rechts): Der neu antretende Erich Fehr (SP) und die Bisherigen Christine Häsler (Grüne), Christoph Ammann (SP) und Evi Allemann (SP).
Keystone

Unter dem Motto «Gemeinsam für einen sozialen und ökologischen Kanton Bern» ziehen SP und Grüne in die Regierungsratswahlen vom 27. März. Mit den Viererticket soll die bürgerliche Mehrheit gekippt werden.

pa, sda

21.1.2022 - 11:13

Nebst den drei Bisherigen Evi Allemann (SP), Christoph Ammann (SP) und Christine Häsler (Grüne) umfasst die Liste mit den «kompetenten Vier» die Kampfkandidatur des Bieler Stadtpräsidenten Erich Fehr (SP).

Mit seiner Erfahrung «am Scharnier zwischen Biel, dem Berner Jura und dem Seeland» könne er einen Mehrwert in die Regierung einbringen, erklärte Fehr am Freitag vor den Medien in Bern. Auch könne er «Brücken schlagen, zuhören und Lösungen finden». Als Bieler wisse er, wie wichtig es sei, Vielfalt und Miteinander zu pflegen.

Evi Allemann (SP, bisher) betonte die «hervorragende» Zusammenarbeit zwischen den aktuell drei rotgrünen Regierungsmitgliedern. «Vieles gelingt uns, manches nicht.» Aus einer Mehrheitsposition heraus könne man den Kanton Bern aber «noch stärker voranbringen». Bevölkerung und Wirtschaft sollen auf einen guten Service public zählen können.

Bildung, Wirtschaft, Umwelt

Für Christine Häsler (Grüne, bisher) muss die Chancengerechtigkeit in allen Lebensbereichen garantiert sein. Dazu sei vorab der chancengerechte Zugang zur Bildung. Die Gesellschaft wachse, die Schülerzahlen im Kanton Bern ebenso. Die rotgrüne Liste stehe dafür, dass auch weiterhin verlässlich in die Bildung investiert werde.

Christoph Ammann (SP, bisher) plädierte dafür, dass der Kanton Bern seine Innovationspolitik fortsetzen, aber auch mit der Kreislaufwirtschaft neue Akzente setzen solle. Bei der Energieversorgung müsse der Kanton einen gewichtigen Beitrag leisten – durch den Ausbau erneuerbarer Energien wie zum Beispiel an der Trift.

240'000 Franken Kampagnenbudget

Für die beiden Parteipräsidentinnen zeigt die Abstimmungsbilanz der letzten Legislatur deutlich, «dass die Berner Bevölkerung eine andere Politik will», sagte Natalie Imboden, Präsidentin der Berner Grünen. Imboden verwies dabei auf abgelehnte Vorlagen zur Sozialhilfe, zu Unternehmenssteuern oder zur Liberalisierung von Ladenöffnungszeiten.

Für die gemeinsame Regierungsratskampagne mit dem Slogan «Die kompetenten Vier» verfügen die beiden Parteien über ein Budget von 240'000 Franken, wie SP-Co-Präsidentin Mirjam Veglio auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte.

Anmeldefrist bis Montag

Die bürgerlichen Parteien wollen ihre Regierungsmehrheit mit einem Viererticket verteidigen – mit den Bisherigen Philippe Müller (FDP), Christoph Neuhaus (SVP) und Pierre Alain Schnegg (SVP), dazu neu Astrid Bärtschi (Mitte). Sie soll den Sitz ihrer nicht mehr antretenden Parteikollegin und Finanzdirektorin Beatrice Simon verteidigen.

Die Kampagne der Bürgerlichen läuft unter dem Slogan «#wirBEwegen». Wieviel sie kostet, wollte SVP-Präsident Bühler anlässlich der Präsentation der Kampagne anfangs Dezember 2021 nicht sagen. Der Betrag bewege sich in der Grössenordnung der letzten Wahlen, hielt er damals lediglich fest. «Es ist nichts Extravagantes.»

Die Mitteparteien steigen unter dem Slogan «Verbindende Kräfte in den Regierungsrat» in den Wahlkampf. Auf dem Zweierticket sind Casimir von Arx (GLP) und Christine Grogg (EVP). Die Anmeldefrist für die Regierungsratswahlen läuft am kommenden Montag ab.

pa, sda